Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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Vaterchen Frost im langen weissen Umhang, Fellmütze, großer Bart, begleitet von einem Engl im weissen Kleid und roter Pappnase

Helau und Alaaf, Alaaf und Helau!
Jetzt glotzt nicht so! Das ist doch genau,
was man heute muss rufen und schrein,
denn die Fassenacht tritt bekanntlich herein,
der Fasching oder der Karneval,
& da wäre es doch ziemlich fatal,
wenn euer altes Väterchen Frost
nichts anderes sagte als Nazdorowje – Prost!

Ein paar von euch haben sich immerhin getraut
& nach Kostümen umgeschaut.
Und überhaupt gilt, wie ihr wohl wisst,
dass Väterchen Frost auch nur verkleidet ist.
Der Fasching gilt als die närrische Zeit.
Mir scheint, närrisch sind alle, weit und breit,
schaut euch nur mal um,
gleich werdet ihr sehen, warum.

Zum Beispiel soll Deutschland Jamaika nun werden.
Von wo kommt bitte dieser Spleen her denn?
Von den Farben der Parteien, die da koalieren
wollen oder müssen, um das Land zu führen.
Die Schwarzen, die Gelben und die Grünen
wollen sich euch als Regierer andienen.
Der Weg dahin ist allerdings weit.
Man weiß, alles braucht bekanntlich seine Zeit.
Wenn’s nur keine Unzeit wird, was die da verhandeln,
wenn sie nun miteinander anbandeln
und Feuer und Wasser zusammenmischen
und Widersprüche trennen und wieder verwischen:
Die „Obergrenze“ will der, auf keinen Fall will sie jener,
die Reichen entlasten, doch merken soll’s keener,
Seehofer markiert den starken Mann,
obwohl er intern gar nicht so kann,
wie er will, angezählt ist, ich sag es ganz barsch,
nach der Wahl war die CSU ziemlich am A…

Anfang und muss sich neu orientieren,
um Lederhose und Laptop zum Erfolg führen
Der FC Bayern hat einfach den Jupp geholt,
aber wer ist für die CSU als Jupp gepolt?
Das kam alles daher, dass zu viele Leute
sich dachten bei der Wahl, wir zeigen es heute
denen da oben und wählen jetzt AFD.
Klug war das nicht und war auch nicht weise
und so sitzt das Land einigermaßen in der Sch…
schon ziemlich unangenehmen Lage
Lösungen zu finden auf manche Frage,
die mit einfachen und populären Rezepten
man nicht lösen kann. Die Adepten
der Politik probieren’s da oben.
Wir werden sehen, ob tadeln, ob loben
angebracht ist, jedes Volk hat die Regierung,
die es verdient, und eure Führung,
die hab ihr euch schließlich selber gewählt.

Schauen wir uns um aber in der weiten Welt,
so gilt ebenso: Wie ein Narrenhaus
sieht, was da passiert, haargenau aus.
Der Trump in den USA hält, was er verspricht,
sprich verlassen kann man sich auf ihn nicht,
eins allerdings ist bei ihm verlässlich:
was er spricht und tut, ist wirr und sehr hässlich.

America first ist seine Devise,
„Nach uns die Sintflut“ übersetze ich diese.
Das wär eher ein Kasperltheater, ein Scherz,
doch hängt unser Schicksal an diesem Terz,
ob Klimakatastrophe, ob Koreakrach und Kriegstreiberei,
man wünscht sich, das ginge alles irgendwie vorbei.

Und die andern vielen Despoten,
die meinen Despotie sein nun geboten,
in Ungarn, in Polen, in der Türkei
in Russland und China sind alle dabei.
Und die haben WIR ja nicht gewählt,
doch unser Wille ist nicht, was da zählt.

Und wie steht es hierzulande im Kleinen?
Auch da möchte ich am liebsten weinen.
Alle finden München so toll,
das führt dazu: München wird voll.
Es wird voll und voll und es wird immer voller,
das Karussell, es dreht sich immer toller,
hohe Mieten, Vertreibung der Armen und Alten,
die Stadt will man stromlinienförmig gestalten.
Jedenfalls ist es weit und breit
vorbei mit der Gemütlichkeit.
Vergessen wir nicht, von der sang man auch,
bei den Nazis in München, passt also auf,

ob nach Modernität oder Heimat die Parolen klingen,
was die wollen, die dieses Lied singen,
das müsst ihr (und niemand anders) wissen,
wisst ihr es nicht seid ihr nämlich besch…
bestimmt über den Löffel balbiert.
Also aufgepasst, sonst werdet ihr ausgeschmiert.

Zum Glück gibt es nicht nur Profitmacherei.
Mit dem cbf seid ihr ganz anders dabei.
Gewiss, da wird auch nur mit Wasser gekocht,
nicht alles gelingt, was man sich erhofft.
Aber doch setzten viele Menschen sich ein,
die Lage zu ändern, denn dieser Verein
ist auf mancherlei Weise für Behinderte da.<

Eine Frage dazu habe ich ja.
Angesichts der aktuellen Sprachreinigerei
weiß ich nicht, ob es angemessener sei,
den Club cbmuifuf umzubennen,
als „Club Behinderter Menschen und ihrer Freunde und Freundinnen“
zu erkennen.
Ich denke, solche Kosmetik braucht es nicht,
denn man weiß, worüber man vom cbf spricht.
Der cbf tut sehr viel. Es lohnt sich bestimmt,
das mal aufzuzählen, damit man es wahrnimmt.
Er beteiligt seine Mitglieder eifrig, ich reiß es nur an:
Die Rollstuhlwanderungen haben es vielen angetan,
was da an Arbeit und Organisation zu tun,
merkt man nicht unbedingt. Die Club-Post ist nun
gut etabliert, ob elektronisch oder als Papier,
auch die Homepage nenne ich als Service euch hier,
Ärzte- und Gaststättenführer, Ferienappartement und ganz neu:
ist ein Führer über barrierefreie Kinos in München dabei.
Auch die Museumsführungen finden wieder statt,
damit man was von unsern vielen Museen hat.

Besonderen Anklang finden die Reisen.
Da muss man logistische Meisterschaft beweisen
und manchmal auch mit dem Bus umdrehen,
wenn der Weg zu schmal, was zuerst nicht zu sehen.
Heuer ging es nach Südtirol
und alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen fühlten sich wohl,.
Dass ein Museumsbesuch vor verschlossenen Türen
endete, muss nicht unbedingt genieren,
das ist – voriges Jahr in Potsdam gab es das schon –
gewissermaßen eine Art Tradition.
Man darf nur den guten Mut nicht verlieren,
dann wird alles zum guten Ende führen.
Jedenfalls waren alle vollauf begeistert,
zu danken ist denen, die es gemeistert.

Ich nenn keine Namen; die Leute sind hier unter euch.
Doch einen Namen nenne ich gleich:
Einen herben Verlust musstet ihr tragen.
Dr. Leitner, die Ingrid, die an so vielen Tagen
in so vielen Jahren bei euch war,
den Club geprägt hat, das ist klar,
ist gestorben. Wir vermissen sie alle.

Und doch kann man sagen: in diesem Falle
brauchte es keine Koalitionsverhandlungen,
alle wussten, was es braucht, damit bei den Verwandlungen,
die nötig sind, damit der cbf für euch bleibt,
was er ist, nämlich nützlich und gut:
Solidarität, Tatkraft, und Mut,
Initiative und das Wissen von jedem.
Dies sei euch auch weiterhin gegeben.

Einen schönen Herbst wünsche ich euch, alles Gute – genau:
Frohes Fest, guten Rutsch. Und Alaaf und Helau.
Bleibt gesund, es sagt Ade mit Nazdorowje-Prost
euer altes Väterchen Frost.
11.11.2017

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