2018-02 Februar

Zeitraum:    05. – 17. April 2018

Unser Verein „Club Behinderter und ihre Freunde e. V.“ fördert das Zusammenleben zwischen Behinderten und Nichtbehinderten. Hierfür bieten wir auch gemeinsame Veranstaltungen für Behinderte und Nichtbehinderte an.
Im April 2018 findet  deshalb eine Urlaubsreise mit inklusivem Charakter nach Zypern statt. Wir verbringen die Tage auf dem zypriotischen Teil der Insel, in der barrierefreien 3-Sterne Appartementanlage C&A  in Polis.

Für die Durchführung der Freizeit suchen wir noch eine weitere ehrenamtliche Helferin (gerne auch einen Mann!) , die im Idealfall auch Erfahrung in der Pflege mitbringt, um einen unserer behinderten Teilnehmer zu unterstützen. Sie arbeiten in einem netten Team mit erfahrenen Helfern und Freunden unseres Vereins.

Auf Sie kommen selbstverständlich keine Kosten für Unterkunft, Verpflegung usw. zu. Eine Vergütung können wir nicht anbieten, denn Reisen mit Handicap bringt einen erheblichen finanziellen Mehraufwand mit sich. Allerdings können Sie mit ihrem Engagement eine unvergessliche Reise im Kreise des Clubs Behinderter und ihrer Freunde verbringen und den Teilnehmern auch ermöglichen!

Bei Interesse melden Sie sich beim Club Behinderter und ihre Freunde e. V., Johann-Fichte-Straße 12 in 80805 München.  Tel.: 089-3568808 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir freuen uns auf Sie und die gemeinsamen tollen Tage!!!
Liebe Mitglieder, liebe Freunde,
nun sollen also 51 weitere Münchner U-Bahnhöfe gelbe Rampen als Einstiegshilfen für Rollstühle bekommen – d.h. wohl all jene Stationen, die nicht ohnehin bereits weitgehend barrierefrei gestaltet sind. Im Prinzip eine gute Nachricht zu Jahresbeginn!
Also ist bald alles ok? Leider nicht ganz. Denn die Nachteile dieser (vergleichsweise günstigen) Lösung haben sich bereits in der Testphase gezeigt:

1. Die starre Rampe kann sich an unterschiedliche Zugniveaus nicht anpassen. Deshalb bleibt bei den älteren Zugmodellen auch weiterhin eine Schwelle zu überwinden!
2. Bei dieser Lösung kann auch der Spalt zwischen Bahnsteig und Zug nicht geschlossen werden, was den Einstieg – gerade mit schweren Elektrorollstühlen - auch in Zukunft schwierig (bzw. ohne Hilfe unmöglich) macht!

Ein Fortschritt sind die gelben Rampen trotzdem auf jeden Fall! Eine andere Beobachtung macht mir als Rollstuhlfahrer weitaus mehr Sorgen:
Dort, wo es die gelben Rampen bereits gibt, werden sie von vielen Fußgängern einfach ignoriert! Trotz des deutlich aufgeklebten Rollstuhlsymbols drängen sich viele frech vor, klettern dabei teilweise sogar über Rollstühle drüber, übervölkern skrupellos den ersten Wagen und schauen dann unschuldig hinaus auf den Bahnsteig, wo so mancher Rollstuhlfahrer am Ende verdutzt und verloren stehenbleibt.
Deshalb mein Appell an alle Fußgänger: Achten Sie auf die gelben Rampen, nehmen Sie Rücksicht und steigen Sie einfach in den nächsten Wagen ein! Damit helfen Sie allen Rollstuhlfahrern enorm.
Haben Sie/habt Ihr auch ein Thema, das Ihnen/Euch besonders am Herzen liegt – dann schreibt/schreiben Sie uns doch einfach! Wir freuen uns immer über neue Beiträge und Geschichten. Einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken oder im Club-Büro unter 089/356 88 08 anrufen.
In dieser Ausgabe widmet sich Peter Pabst der so genannten EUTB, worunter sich der sperrige Begriff der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung verbirgt, und verrät das Ziel unserer nächsten Mehrtagesfahrt. Monika Burger stellt das im September im Olympiapark eröffnete Mahnmal vor, Moni Kremer interviewt zwei Besucher unseres Gäste- Appartements und Carin Hermelink äußert sich zu unserer ersten Doppelausgabe für Dezember/Januar. Hanne Kamalis Lokal des Monats sowie die Liste mit den nicht zu verpassenden Terminen im März runden diese Ausgabe ab.
Viel Spaß mit der Clubpost und bei den Aktivitäten des CBF wünscht Ihnen/Euch Holger Kiesel
Hinter der Abkürzung EUTB verbirgt sich das Konstrukt der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“. Diese ist Bestandteil des am 23.12.2016 verabschiedeten Bundesteilhabegesetzes, mit dem mehr Möglichkeiten und mehr individuelle Selbstbestimmung durch ein modernes Recht auf Teilhabe und die dafür notwendigen Unterstützungen geschaffen werden soll. Es wird davon ausgegangen, dass mit der vorgesehenen „Individualisierung von Leistungen für Menschen mit Behinderung“, ein zunehmender Beratungsbedarf einhergeht. Folgerichtig werden nach §32 des Sozialgesetzbuches IX Finanzierungsmittel zur Einrichtung eines von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängigen und niederschwelligen Beratungsangebotes zur Verfügung gestellt. Darüber sollen vor Inanspruchnahme konkreter Hilfen mögliche Orientierungs-, Planungs- und Entscheidungshilfen aufgezeigt werden, welche die individuelle Persönlichkeit und die Lebenssituation des Ratsuchenden aufgreifen und sein gesamtes soziales Umfeld mit einbeziehen. So soll die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Betroffenen gestärkt werden.

Jeder, der spätestens Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts geboren ist, verbindet mit den Olympischen Spielen 1972 in München zwiespältige Gefühle: die Freude über die zuerst „heiteren Spiele“, dann das Entsetzen über das Attentat auf die israelische Mannschaft.
Diesem Ereignis widmet sich seit September dieses Jahres ein „Erinnerungsort“. Am Kolehmainenweg 11, 500 m westlich der Haltestelle Olympiazentrum (U3, Bus 173 und 180), wurde das kleine Museum in einen Hügel eingeschnitten. Vom asphaltierten Weg führen ein kurzer Pfad mit gut befahrbarem Kleinsteinpflaster und flache Rampen zur Ausstellung. Sie widmet sich vor allem den elf israelischen Sportlern und dem ebenfalls getöteten bayerischen Polizisten. Die Opfer erhalten ein Gesicht, ihr Leben wird nachgezeichnet und durch ein Foto eines persönlichen Gegenstandes ergänzt. Sie zeigen gleichzeitig die Vielfalt der israelischen Gesellschaft, die bis heute von Immigranten und ihren Nachkommen geprägt wird.
Außerdem laufen auf großen Bildschirmen in Dauerschleife kurze Filme mit Untertiteln: die Staatsgründung Israels, der arabisch-israelische Konflikt, der palästinensische Terror, die heiteren Spiele und die Chronologie des Attentats einschließlich seiner Nachwirkungen.
Es lohnt sich, eine Weile auf den unterschiedlich hohen Stufen zu sitzen und dieses einschneidende Ereignis der Münchner und Weltgeschichte auf sich wirken zu lassen. Gerade in der heutigen Zeit wirkt es bedrohlicher denn je.
Weitere Informationen: www.erinnerungsort-muenchen1972.de

Monika Burger
Bea (50) und Matthias (51), wohnhaft in Aachen, kommen bereits seit 2014 in unser schönes Gästeappartement neben unserem CBF-Büro.
Schon beim ersten Kennenlernen fiel mir auf, wie liebevoll der Umgang der beiden miteinander ist, und das war auch der ausschlaggebende Grund für dieses Interview.
Kennengelernt haben sie sich im Jahr 2000 durch die MS-Kontaktgruppe (Multiple-Sklerose), die Matthias bereits seit 1988 als Zivi kannte. Bea sagt, er fiel ihr damals schon auf, weil er so groß ist und ihr Herz damals schon bei seinem Anblick tanzte.
Matthias meint darauf hin, dass Beas positive und freche Art ihn immer mehr gefangen genommen hat und als sie ihm einmal wie zufällig einen Kuss aufdrückte, fing er dann doch zu überlegen an.
In ihm steckte noch der Verlust seiner langjährigen Lebensgefährtin, die ebenfalls an MS erkrankt war und er wusste nicht, ob er schon für eine neue Beziehung bereit war.
Sie ließen es langsam angehen. Entscheidend war dann ihre erste Reise nach Berlin, wo sie beide feststellten, dass es mit ihnen einfach super passt!
Geheiratet haben sie mit 60 Gästen im März 2012, zusammengezogen sind sie 2013, nach dem Tod ihres geliebten Vaters.

Der CBF hebt ab! Natürlich nicht in andere Sphären, sondern mit dem Flieger ins östliche Mittelmeer auf die Insel Zypern. Dem mehrfach geäußerten Wunsch, doch auch einmal eine Flugreise zu organisieren, haben wir gerne entsprochen. Und sicher wird es viele geben, die uns um die sonnigen Tage vom 05. – 17. April in einer barrierefreien 3-Sterne-Appartementanlage in Polis, einem noch weitgehend vom Massentourismus verschont gebliebenen Ort, beneiden werden. Aber warum uns beneiden? – Mitfahren heißt die Devise! Wer also Interesse an erlebnisreichen, lukullischen und im Kreise von Freunden verbrachten Urlaubstagen hat, möge sich über die genaueren Details der Fahrt bei uns erkundigen.

vielen Dank für die Wünsche zum Weihnachtsfest, die ich herzlich erwidere (auch wenn der Hl. Abend schon vorbei ist).
Es hat Spaß gemacht, von den verschiedenen Unternehmungen, die der Club gemacht hat, zu lesen, auch von den kommenden: Die Ausstellung "Malen ohne Umschweife" ist wirklich wunderschön! (Und es gibt dort auch immer wieder Gelegenheiten zum Sitzen, wenn die Füße vom langen Stehen müde sind.) Carola Wallas Gedanken zum "Bedingungslosen Grundeinkommen" habe ich mit großem Interesse gelesen und stimme ihnen zu. Vor vielen Jahren, zu einer Zeit, als man geahnt hat, dass durch Automatisierung viele Arbeitsplätze wegfallen können, hat Ulrich Beck von einer Art Grundeinkommen gesprochen, das man den dann Arbeitslosen für soziale Tätigkeiten geben könnte. Ich war damals nicht arbeitslos, aber hatte nur eine Halbtagsstelle und hatte schon oft und leider lange Zeit erfolglos nach einer Ganztagsbeschäftigung gesucht. Ich hätte die Zuteilung eines Beck'schen Grundeinkommens für eine diskrimierende Gabe empfunden. Das sind halt so meine Gedanken zu diesem Thema.
Für das kommende neue Jahr wünsche ich Ihnen (Euch) allen Gesundheit, Glück und Erfolg!

Ihre Carin Hermelink
Dürfen Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben?

Tian
Frauenstr. 4 80469 München
089 885 65 67 12
www.tian-restaurant.com/muenchen

Laut Umfragen sind etwa 7% unserer Bevölkerung Vegetarier, Tendenz steigend. Damit haben die Vegetarier die Rollifahrer schon locker überholt. Sie sind keine Randgruppe mehr und somit für die Wirtschaft interessant geworden. 56% unserer Bevölkerung essen inzwischen bewusst weniger Fleisch – die Flexitarier. Wir stutzen, wenn ein neues Wort auftaucht, aber nach einer Weile haben wir uns alle dran gewöhnt und es stürmen neue Wortbildungen auf uns ein. Bei „Flexitarier“ brauch ich noch etwas Zeit, obwohl ich mich, trotz meiner Leibspeise, dem Schweinebraten, dieser Gruppe zugehörig fühle.
Inzwischen gibt es in den meisten Gaststätten auf der Speisekarte eine Rubrik mit fleischlosen Gerichten, vorzugsweise die immer gleichen Kässpatzen und Reiberdatschi. Aber es öffnen auch immer mehr vegetarische und vegane Lokale. Da ist es an der Zeit, dass bei uns auch mal eines als Lokal des Monats auftaucht. Ich habe bislang nur ein barrierefreies rein vegetarisches Lokal mit WC gefunden: das Tian.