Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

2022-10 Oktober

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

Die einen warteten sehnsüchtig darauf, die andern fürchteten es, es gibt auch welche, die die Sache kalt lässt: Das Oktoberfest findet wieder statt, nachdem es wegen der Pandemie zwei Jahre ausgefallen war. Ein leichter Bierdunst legt sich über die Stadt und mit der Zeit wird er vom Duft nach Hendln und gebrannten Mandeln ergänzt. Kurze Lederhosen sind nun sehr häufig im Stadtbild – vor ein paar Jahren waren noch lederne Kniebundhosen angesagt. Und die Dirndlausschnitte sollen heute nicht so offenherzig sein wie zuletzt.

Zweifellos ist die Wiesn für das Coronavirus sozusagen ein gefundenes Fressen, warten wir ab, wie sich die Inzidenzen entwickeln. Andererseits ist es verständlich, dass viele sich wünschen, endlich möge wieder Normalität einkehren. Wobei das etwas paradox ist, denn die Wiesn ist ja per se ein Ausnahmezustand, der mit Normalität wenig zu tun hat, sondern einen Exzess im Sichberauschen bedeutet. Und eine Preisexzess.

Wenn aber sowieso alles teurer wird, mögen sich viele sagen, dann kommt es darauf auch nicht mehr an, zahlen wir halt 15 Euro für die Mass. Da der Geldbeutel bei den meisten nicht so gut gefüllt ist, dass Kosten keine Rolle spielen, tragen die Preise vielleicht sogar dazu bei, dass man weniger trinkt, gesünder ist das allemal.

Wie auch immer, es ist eine Sache der persönlichen Entscheidung, „gehma naus“ oder nicht. Aber wer rausgeht, sollte die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, Abstand, Maske und so. Daran wollen wir Sie oder euch erinnern- Ansonsten viel Spaß beim Wiesnbesuch oder beim Daheimbleiben.

Und womit befasst sich die Clubpost in diesem Monat?

Hauptsächlich mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr in der Stadt. Wir haben verschiedene Erfahrungen behinderter Menschen mit dem ÖPNV zusammengestellt. Die Reihe soll fortgesetzt werden, vielleicht gelingt es uns auch, eine Stellungnahme der Stadtwerke zu den angesprochenen Problemen zu bekommen.

Hanne Kamali macht uns in ihrer Restaurantkolumne mit der „Frau im Mond“ bekannt.

 

Außerdem unser Service: Termine.

Und zum Schluss: Wenn Sie etwas wissen, was für die Leser und Leserinnen der Clubpost wichtig oder interessant ist, oder wenn ihr eure Meinung äußern wollt, schreibt oder schreiben Sie etwas darüber für die Clubpost! Wir suchen jederzeit neue Reportagen, Fotos und spannende Beiträge. Auch einfache Leserbriefe. Schickt oder schicken Sie einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie an im Club-Büro unter 089/356 540 74.  

Ihr Jürgen Walla

Liebe Wanderfreunde,  

Im Oktober wandern wir von dem S-Bahnhof Unterföhring zum Feringasee, welchen wir einmal umrunden, um dann in der Gaststätte Feringas einzukehren. Die Herbstfärbung wird uns sicher eine schöne Wanderung bescheren.

für viele Menschen mit Behinderung keine Teilhabe am Arbeitsleben und Freizeit  

Der Fahrdienst ist für Menschen mit Behinderung immens wichtig, aber er funktioniert leider nicht wie er sollte. Lieve Leirs, die selber den Fahrdienst für die Fahrt in die Arbeit nutzt, hat uns zusammengestellt, welche Probleme sich da auftun. Wenn man bedenkt, dass die Politik und Verwaltungen die Taxen oder auch die Fahrdienste zum Öffentlichen Verkehr rechnen, kann man ersehen, wie weit wir hier noch von barrierefreier Nutzung entfernt sind. Ein Mitglied des CBF kann sich die Vorauszahlungen für den Fahrdienst nicht mehr leisten und fährt deshalb zur Zeit im Rollstuhl mit U-Bahn und Bus in die Arbeit. Das bedeutet aber für ihn, dass er statt 40 Minuten jetzt 1 Stunde 30 Minuten unterwegs ist. Also 3 Stunden pro Tag!

Nun haben wir es also auch schriftlich, dass es mit der Barrierefreiheit in Deutschland nicht so gut bestellt ist! Anders als unsere Regierenden immer behaupten erfüllt Deutschland die EU-Vorgaben zur Barrierefreiheit nur unzureichend.

Aus diesem Grund leitet die EU-Kommission nun ein Verfahren zur Einhaltung der Bestimmungen gegen die Bundesrepublik Deutschland ein. Die Europäische Richtlinie zur Barrierefreiheit soll  unter anderem dafür sorgen, dass beispielsweise alle Zugänge zu öffentlichen Informationen, so gestaltet werden müssen, dass sie von allen Menschen unabhängig von ihrer Einschränkung wahrgenommen  werden können.

Frau im Mond – Das neue Lokal des Deutschen Museums  

Rooftop Deutsches Museum

Museumsinsel 1

Tel.: 089 89 05 84 57

1928/29 drehte Fritz Lang den Film ‚Frau im Mond‘ nach einem Drehbuch von Thea Harbou. Mehrere Personen, darunter eine Frau und ein Kind fliegen in diesem Science-Fiction-Stummfilm zum Mond, auf auf dessen dunkler Seite Sauerstoff, Wasser und Gold vermutet werden. Der Titel bezieht sich auf die einzige Astronautin der Crew, die genau wie das Raumschiff ‚Friede‘ heißt. Wurde der Name des Lokals in Anlehnung an den Film gewählt?

Wenn man das Logo der Rooftopbar mit einer anderen Grafik zur Begleitmusik des Stummfilms vergleicht, fällt die Ähnlichkeit der beiden sofort ins Auge. Ein anderer Bezug besteht zur funkelnagelneuen Ausstellung Raumfahrt im Gebäude, in der man sich ins Dunkel des Alls versetzt fühlt, so als reise man selber in einem Raumschiff. Oder wird hier dem Mann im Mond ganz zeitgemäß eine Frau zur Seite gestellt, vielleicht sogar als Ersatz?