Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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2018-12 Dezember/Januar

Bild: Hanne Kamali
Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

 

ein Jahr mit unzähligen Jahrestagen ist nun fast vorbei. Es jährten sich das Ende des Dreißigjährigen Krieges, das des Ersten Weltkrieges, die Reichspogromnacht, die Währungsreform 1948, das „Revolutionsjahr“ 1968, die erste rot-grüne Bundesregierung 1998 und, und, und…

Und 2019 gedenken wir fleißig weiter: dann jährt sich der Beginn des Zweiten Weltkrieges, die Gründung der Bundesrepublik und der DDR, die Mondlandung, der Mauerfall usw.…

Und in beiden Jahren feiern wir auch die UN-Behindertenrechtskonvention: 2018 das zehnte Jubiläum ihres Inkrafttretens, 2019 das „Zehnjährige“ ihrer Ratifizierung durch Deutschland.

Was gibt´s da zu feiern, meinen Sie? Außer Symbolpolitik und Lippenbekenntnissen nicht viel gewesen? Papier ist geduldig und die Vereinbarungen rechtlich eh nicht bindend?

An all diesen Einwänden ist natürlich was dran. Aber dennoch: Für so manchen war die Konvention durchaus ein Weckruf. Und eine Mahnung. Vielen wurde nach der Unterzeichnung schlagartig klar: Deutschland (und speziell Bayern) ist in Sachen Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion längst noch nicht so weit, wie viele dachten – und wie es als reiches Industrieland eigentlich sein sollte! Mit dieser Erkenntnis erfüllt das Dokument schon mal einen sehr wichtigen Zweck.

Und auch wenn es in manchen Punkten noch weit fehlt, sollten wir den Glauben nicht verlieren, dass eine wirklich inklusive Gesellschaft möglich ist.Das lehrt uns auch eines der Jubiläen des Jahres 2019: Denn als der amerikanische Präsident John F. Kennedy Anfang der 60er Jahre verkündete: „Wir werden noch in diesem Jahrzehnt zum Mond fliegen!“, hat ihm vermutlich auch kaum jemand wirklich geglaubt! Und am 20.Juli 1969 war es dann doch soweit!

Zum Schluss wie immer mein Appell an alle Leser: wenn Euch/Ihnen ein Thema besonders wichtig ist, dann schreibt/schreiben Sie doch einfach etwas darüber für die Clubpost! Wir suchen immer neue Themen, Fotos, Anregungen. Schickt/schicken Sie uns einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie an im Club-Büro unter 089/356 540 74.

Viel Spaß mit der Clubpost und bei den Aktivitäten des CBF, besinnliche und erholsame Weihnachtstage und natürlich ein glückliches und gesundes neues Jahr 2019 wünscht Ihnen/Euch von Herzen
Holger Kiesel
Auch dieses Jahr übernehme ich gerne wieder die erfreuliche Aufgabe, Ihnen an dieser Stelle namens des gesamten Vorstandes ein frohes Weihnachtsfest sowie ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr zu wünschen.

Das vergangene Jahr war für den CBF ebenso ereignisreich wie anstrengend. In inhaltlicher Hinsicht ist dabei natürlich die Ergänzende Unabhängige TeilhabebBeratung zu nennen (kurz EUTB). Wie die meisten Leser bestimmt erinnern, hatte sich der CBF seinerzeit für eine der zu vergebenden EUTB-Stellen beworben und Anfang dieses Jahres eine solche auch bewilligt bekommen. Damit betritt er vollkommenes Neuland, denn die Konzeption eines „peer counseling“, das heißt einer Beratung  auf Augenhöhe von Behinderten für Behinderte gab es in dieser Form bisher nicht. Derzeit finden Vernetzungsgespräche mit anderen Trägern von EUTB-Stellen statt und wir sind gespannt auf die Erfahrungen, die wir in den nächsten Monaten und Jahren diesbezüglich noch machen werden.

Die Rolliwanderung des CBF im Dezember: Nach Thalkirchen zum Essen und eventuell Wandern

Bild: Hanne KamaliDieses Jahr entfliehen wir dem Weihnachtstrubel in der Stadt. Das Wanderjahr 2018 beschließen wir mit einem gemütlichen gemeinsamen Essen. Je nach Wetterlage drehen wir eine kleine Runde entlang der Isar. Hierzu werde ich kurzfristig Kontakt zu den Teilnehmern aufnehmen.

Datum:                Samstag 15.12.2018

Uhrzeit:               12:30 Uhr bei gutem Wetter

                            13:30 Uhr bei schlechtem Wetter

Ein Meister der Reduktion

Der nordamerikanische Maler Alex Katz ist einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler der letzten Jahrzehnte. Seine makellosen Bilder von Menschen und Landschaften wirken oft wie gemalte Schnappschüsse oder Modefotos. Ist diese auf den ersten Blick oberflächlich erscheinende Malerei nur dekorativ?

Keineswegs, und Alex Katz lässt sich auch nicht einfach der Pop-Art zurechnen. Seine Bilder stellen Szenen des gesellschaftlichen Lebens dar, die Portraits erfassen den Charakter der dargestellten Personen sehr deutlich bei aller scheinbaren Einfachheit der Mittel und seine Landschaften bewegen sich virtuos an der Grenze zwischen Abstraktion und kühlem Realismus. Katz ist ein absoluter Meister der Reduktion.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das mittlerweile rund 70 Jahre umspannende Werk des Malers. Kleinere Bilder, Skizzen und Vorzeichnungen geben Einsicht in den Arbeitsprozess des Künstlers, der sowohl von Spontaneität als auch von Kalkül bestimmt wird. Eine große Rolle spielt das Licht.

Bild: Hanne Kamali
Wir haben lange überlegt, ob und wenn ja, welches Jahresthema wir 2019 für die Clubpost auswählen sollen. Einerseits ist ein Jahresthema eine hervorragende Gelegenheit, sich auch mit einem komplexen Thema in all seinen Facetten zu beschäftigen, externe Standpunkte einzuholen und mit den Lesern intensiv einzelne Gesichtspunkte zu diskutieren. Andererseits erfordert  die Setzung eines Jahresthemas auch eine gründliche Vorbereitung sowie eine dauerhafte und konsequente Auseinandersetzung mit der Thematik und seitens der Leser eine lebhafte Beteiligung. All dies ist uns 2018 nicht immer gleich gut gelungen. Aus diesem Grund haben wir für 2019 bewusst ein weites, aber uns alle akut betreffendes Thema gewählt, nämlich TEILHABE.

In der behindertenpolitischen Diskussion hat sich der Begriff der Teilhabe mittlerweile zu einem der zentralen Begriffe entwickelt und folgt unmittelbar und zwingend aus dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes und entsprechenden Vorschriften auf europäischer und internationaler Ebene.

2018 haben wir uns in der Clubpost mehrmals mit dem Thema Arbeit und Behinderung beschäftigt. In der Märzausgabe eröffnete ein Artikel von Dr. Sagner die Serie mit einem Überblick auf die Thematik. Einen Erfahrungsbericht zur Bedeutung von Arbeit für Menschen mit Behinderung steuerte unser Mitglied Oscar Wolf im April bei. Wolfgang Vogl informierte über die Vergabe des vom Bayerischen Staatsministerium eingerichteten Inklusionspreises „Job-Erfolg“, mit dem Firmen ausgezeichnet werden, die bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf dem 1. Arbeitsmarkt besonderes Engagement an den Tag legen. Auf die besonderen Herausforderungen der Beschäftigung von Menschen mit Psychischen Beeinträchtigungen wies der Vorsitzende des Facharbeitskreises Arbeit im Behindertenbeirat München, Axel Häberle hin. Sehr informativ dann auch der Artikel von Herrn Neuner vom Inklusionsamt Bayern zu den Möglichkeiten der barrierefreien Ausstattung am Arbeitsplatz.

Nur kurz angerissen wurde das seit 01.01.2018 eingeführte „Persönliche Budget für Arbeit“ in dem Artikel von Dr. Sagner. Dennoch klang deutlich die Hoffnung durch, die diesem neuen Instrumentarium beigemessen wird.  Eine Hoffnung die vor dem Hintergrund des  Artikels 27 der UN-BRK besondere Bedeutung erlangt. Der Artikel formuliert das  „Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderung zugänglichen Arbeitsmarkt frei gewählt oder angenommen wird“.  In Deutschland  stellen die Werkstätten für behinderte Menschen mit Ihren 270.000 Mitarbeitern nach wie vor einen bundesweit bedeutsamen Ort für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung dar – Tendenz seit Jahren ungebrochen steigend! Davon weisen 75 % der Arbeitenden eine sogenannte geistige Behinderung, etwa 20 % primär eine psychische Behinderung auf.  Nicht einmal  1 % von Ihnen gelingt der Übergang von der Werkstätte auf den 1. Arbeitsmarkt.  Da verwundert es nicht weiter, wenn sich der 1. Staatenbericht zur Umsetzung der UN-BRK besorgt äußert zum Umstand, „dass segregierende Behindertenwerkstätten weder auf den Übergang zum allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereiten noch diesen Übergang fördern“.

Blick auf die Küste
Bild: Florian Gerich

Mit dieser – eigentlich anfangs nicht ganz ernst gemeinten - SMS (ich bin aufgrund einer Spina bifida von Geburt an querschnittgelähmt...) an meine gute Freundin Sabine begann im Jahr 2012 das bisher wohl größte „Reiseabenteuer“ meines Lebens.

Als sie mir sagte, dass sie als „Fußgängerin“ für ein Jahr nach Australien gehen wollte, platzte ich als „Reisebegeisterter“ fast vor Neid – und irgendwann dachte ich: „Australien? Warum eigentlich nicht?“ Ich hatte zwar zu dem Zeitpunkt noch keinerlei Vorstellung, wie aufwendig die Planung einer solchen Reise werden sollte – nicht nur wegen meines Rollstuhls. Allerdings kannte ich aus meiner Rollstuhl-Tennis-Zeit Leute, die schon in Australien gewesen waren, ich wusste also: „Das geht!“ Und als ich dann auf meine SMS auch noch eine „positive Antwort“ bekam, stand für mich fest, dass ich es versuchen wollte.

Ich konnte – und wollte – zwar kein ganzes Jahr wegbleiben, aber ein paar Wochen waren schon drin. Wir fingen also an, uns regelmäßig zur „Reiseplanung“ zu treffen, nahmen Kontakt zu einem Reisebüro auf, das auf Australien und andere ferne Länder spezialisiert ist – schönen Gruß an Frau Grünewald vom „Wangener Reisebüro Grünewald“! :-) - und fanden zur Erledigung unserer Visaangelegenheiten das Reisebüro „sta Travel“ in München. Nach ausgiebiger Internet-Recherche und einige Café-Besuche später stand fest, dass uns unsere Reise entlang der australischen Ostküste von Sydney nach Cairns führen sollte. Leider trennten sich unsere Wege dann allerdings etwas früher als geplant, den letzten Teil nach Cairns reiste ich zusammen mit meinem Vater.

Im Rahmen meines Studiums der Sozialen Arbeit wählte ich das Seminar „Chronische Krankheit, Behinderung und Lebenswelt“, welches auch ein Praktikum beinhaltete. Auf der Suche nach einem Menschen, den ich einmal wöchentlich für ein paar Stunden besuchen könnte, um dessen Lebenswelt kennenzulernen, wendete ich mich an den CBF und erhielt von Frau Kremer die Kontaktdaten von Frau Hestermann. Schon bei unserer ersten Begegnung war sie mir sehr sympathisch und wir hatten viel Gesprächsstoff. Fortan freute ich mich auf unsere gemeinsame Zeit Mittwoch nachmittags und habe jeden meiner Besuche bei ihr sehr genossen. Frau Hestermann ist eine warmherzige, gebildete und humorvolle Frau und zudem sehr vielseitig interessiert. Ihre unglaubliche Begeisterung für Musik und ihr Interesse an aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen machen sie zu einer tollen Gesprächspartnerin. Meistens haben wir während meiner Besuche bei ihr „nur“ geredet, haben aber auch zusammen an ihrem Laptop gearbeitet oder kleine Ausflüge gemacht.

Mexikanisch – Vegan  

Blitz Dance Music Club Restaurant 
Museumsinsel 1. 80538 München
Tel.: 089 380 12 65 61
www.blitz.restaurant



Ein „richtiges“ mexikanisches Lokal hatten wir bislang noch nicht auf unserer Liste. Wir kennen das Sausalitos, aber das ist ein Kettenlokal und kein bodenständiges Restaurant – was nicht heißen soll, dass man da nicht hingehen könnte. Die Rollingers waren schon dort. Es war super eng, lustig und cocktail-lastig. In Januar gehen wir ins Blitz. Das ist richtig cool und hipster mit Club und Dancefloor nebenan. Aber eigentlich sollte man noch vor Weihnachten hingehen. Wohin? Ganz einfach: Stell dich vor das Deutsche Museum an die Schiffsschraube und schau auf den Eingang des ehemaligen Forums des Deutschen Museums. Links vom Gebäude ist ein Tor und dahinter geht es zum Blitz. Und warum sollte man grad jetzt hingehen? Weil das Blitz die einzige Isarterrasse im Stadtgebiet hat und auf dieser Terrasse dieses Jahr erstmalig den Blitzkindlmarkt mit Eisstockbahn, Glühwein, Blitzkindlhüttngaudi und Feuerschale veranstaltet. Anmelden wäre wahrscheinlich sinnvoll.