Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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2018-10 Oktober

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

nun gibt es also für alle Pflegebedürftigen in Bayern, die mindestens Pflegegrad 2 haben, und ihre Angehörigen das sogenannte „Landespflegegeld“. 1000 Euro extra im Jahr vom Freistaat. Schön – und sicher ein Schritt in die richtige Richtung!

Allerdings weiß auch jeder, der pflegt oder schon mal gepflegt hat: Gut 80 Euro pro Monat sind nun wahrlich nicht viel – zumal, wenn dafür NOCH ein Antrag gestellt und wieder Papiere kopiert werden müssen!

Zumal der Zeitpunkt der Wohltat vermutlich alles andere als Zufall ist. Ob solche Geldgeschenke der CSU jedoch ihren Weg aus dem Umfragetief vor der Landtagswahl bahnen werden, darf getrost bezweifelt werden.

Natürlich fehlt es pflegenden Angehörigen an finanzieller Unterstützung – aber es gibt daneben noch zahlreiche andere Schrauben, an denen die Politik in diesem Bereich dringend drehen müsste:

    mehr organisatorische und psychologische Unterstützung für Pflegende

    größere öffentliche Wertschätzung

    weniger Antrags-Bürokratie

    mehr Möglichkeiten für Kurzzeit- und Tagespflege

Denn: Kein Geld der Welt kann Zeit, Aufmerksamkeit und Wertschätzung ersetzen! Und: Pflegende entlasten den Staat und die Pflegekassen mit ihrer Arbeit enorm! Das MUSS honoriert werden, auch finanziell, aber eben nicht nur!

Aber vielleicht sind das ja die nächsten Punkte, die die Staatsregierung (oder auch die Bundesregierung – Gesundheitsminister Jens Spahn spricht ja viel von solchen Dingen) angehen will. Nach der nächsten (oder wenigstens irgendeiner) Wahl dann.

Zum Schluss wie immer mein Aufruf an alle Leser: Euch/Ihnen liegt ein Thema besonders am Herzen? Dann schreibt/schreiben Sie doch einfach was darüber für die Clubpost! Wir suchen immer neue Themen, Fotos und Beiträge. Schickt/schicken Sie einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie an im Club-Büro unter 089/356 540 74.  

Viel Spaß mit der Clubpost und bei den Aktivitäten des CBF wünscht Ihnen/Euch Holger Kiesel   

In dieser Ausgabe finden Sie einen Reminder von Wolfgang Vogl zur diesjährigen Mitgliederversammlung und Jürgen Walla lädt zur Ausstellungsführung zur Retrospektive zu Jörg Immendorff. Unsere neue Mitarbeiterin Lieve Leirs stellt sich vor. Christiane Hauck berichtet von der Öffnung der Euthanasieakten durch das Bundesarchiv, Alexander Maier berichtet vom Nikodemusclub und Werner Müller beschäftigt sich mit der im Frühjahr erschienen ADAC-Broschüre „Selbstbestimmt unterwegs“. Hanne Kamali entführt Sie im Oktober in ein garantiert familientaugliches Lokal, und Michaela Schlereth bittet, die nächste Rolliwanderung nach Dachau, die bereits Anfang November stattfindet, schon mal vorzumerken.
Wenn Sie diese Ausgabe der Clubpost in Händen halten (oder auf dem Bildschirm lesen), werden die Mitglieder unter Ihnen bereits die Einladung zur jährlichen Mitgliederversammlung zugeschickt bekommen haben. Ich kann mich mit meiner heutigen Erinnerung also kurz fassen und Ihnen nur nochmals ans Herz legen, sich am betreffenden Tag nichts anderes vorzunehmen:

 Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am Freitag, den 12. Oktober 2018 um 18 Uhr im Clubraum unter unserem Büro in der Johann-Fichte-Straße 12  statt.  

Von Jörg Immendorff (1945 bis 2007) erfuhren manche erst, als die BILD-Zeitung über seine Teilnahme an einer Kokainparty mit Nutten berichtete. Dabei zählt er zu den bedeutendsten Künstlern und damit auch Chronisten der Bundesrepublik. Kanzler Schröder ließ sich von ihm malen. Seine Bildserien wie „Café Deutschland“ oder „Lieber Maler male mir“, seine teilweise frechen und rotzigen Gemälde, sein zeitweiliges Engagement für die KPD (aO) und seine wechselhafte Biographie trugen zu dem komplexen Eindruck bei, den dieser Maler erweckt, der in späteren Jahren an ALS erkrankte und seine Werke nur noch entwerfen und von Assistenten fertig stellen lassen konnte.  

Ergänzende Unabhängige Teilhabe Beratung: Der cbf ist stellenmäßig komplett besetzt

Liebe cbf-Mitglieder,

Anfang des Jahres berichtete Herr Pabst bereits davon, dass 2018 bundesweit Beratungsstellen im Rahmen der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabe Beratung eingerichtet werden sollten, so auch beim cbf in München.

Den Einstieg hat hier mein Kollege, Alexander Maier, im Juni schon gemacht und seit Mitte August bin ich, Lieve Leirs, in Teilzeit als Peer Counselorin dazu gekommen. Peer Counseling ist eine Beratungsmethode bei der Betroffene Betroffene beraten.

Für alle die sich vielleicht fragen, woher mein Namen wohl kommen mag:

Zwischen 1939 und 1945 wurden in Deutschland insgesamt ca. 200.000 kranke und/oder  behinderte Frauen, Männer und Kinder in mehreren verdeckten Aktionen durch Vergasung, Medikamente oder unzureichende Ernährung ermordet. Hinzu kamen fast 100.000 weiterer solcher Morde in den von Deutschen besetzten oder annektierten Gebieten. In nicht zu überbietender Menschenverachtung sprachen die Nazis von „unwertem Leben“.

Seit August 2018 stellt nun das Bundesarchiv die Erschließungsinformationen von etwa 30.000 Krankenakten mit den jeweiligen Personendaten (Namen, Geburtsdaten, Namen der letzten Einrichtungen) über seine Rechercheseiten invenio im Internet zur Verfügung.

„Selbstbestimmt unterwegs – ein Ratgeber  

zur Mobilität für Menschen mit Behinderung“

 

So nennt sich eine Broschüre des ADAC, die im Frühjahr 2018 erschienen ist. Mit dieser Publikation soll dazu ein Beitrag geleistet werden, Menschen mit Behinderung mit Tipps und Hinweisen dabei zu unterstützen, möglichst mobil sein zu können – sei es per Auto, Bahn, Bus, Flugzeug oder Schiff.

Nikodemusclub der Offenen Behindertenarbeit (OBA) –  
ein kostenloses und unverbindliches Angebot in München-Schwabing
Im Nikodemusclub treffen sich jeweils montags von 18-20 Uhr (außer in den Schulferien) in der Echinger Str. 20 (Nikodemuskirche, Clubraum) erwachsene Menschen, die Spaß daran haben, sich regelmäßig zu sehen und gemeinsam über Dinge zu sprechen, die sie interessieren.  

Familiär italienisch Essen gehen.

FAMI Georg-Birk-Str. 11
80797 München
Tel: 089 32 30 70 80
www.fami-restaurant.de
 

Das FAMI ist ein familiäres italienisches Restaurant, aber mal etwas anders. Das Hauptaugenmerk gilt den Kindern, die hier laut sein dürfen und nicht am Stuhl festgeklebt werden müssen. Und überhaupt sind alle Menschen, so wie sie sind, willkommen, das ist das Konzept. Michael Hausberger, der auch das ELLA im Lenbachhaus betreibt, will für die Menschen im Viertel eine lebendige ‚Dorfwirtschaft‘ beziehungsweise so ein ‚verlängertes Wohnzimmer‘ schaffen ([Symbol] der Wirtsraum ist recht lang, das könnte klappen). Der ursprüngliche Plan Mitarbeitern, die auf dem ersten Arbeitsmarkt Probleme haben, eine Chance zu geben, ist aber leider gescheitert.  


Im November führt Felix die Wanderung an. Der Jahreszeit entsprechend wird es eine kurze Wanderung in Dachau entlang der Amper maximal 5 km Teer- und Sandwege, fast eben.