Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

2021-11 November

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

Deutschland hat gewählt, aber noch keine Regierung. Mal sehen, ob es „bis Weihnachten“ eine geben wird. Der cbf hat auch gewählt und einen neuen Vorstand. Wir wünschen ihm eine erfreuliche und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Nutzen des Vereins und seiner Mitglieder.

Kürzlich kam mir eine Broschüre zur Digitalisierung in die Hände. Darin wurde vom „Supermarkt der Zukunft“ geschwärmt. Der sieht von außen aus wie eine Hotellobby oder ein Bankfoyer, Waren sieht man nicht. Man begibt sich in den Verkaufsraum, lauter geschlossene Türen. Mit einer App auf seinem Handy kann man das Sortiment des Geschäftes aufrufen und dann die gewünschten Artikel bestellen. Anschließend stellen Roboter hinter geschlossenen Türen den Einkauf zusammen, eine der Türen öffnet sich, die Kundin oder der Kunde nimmt die Waren in Empfang und hat damit sozusagen eingekauft. Bezahlt wird über das Mobiltelefon. Der Vorteil sei, dass man so jederzeit shoppen kann und nicht von Öffnungszeiten oder Lieferdiensten abhängig ist, für die man zu bestimmten Zeiten zu Hause sein muss. Man kann dann seinen Einkauf in seinem Rollator, seiner Einkaufstasche oder dem Gepäcknetz des Rollstuhls verstauen. So geht nach Meinung der Erfinder Selbstbestimmt Einkaufen, ohne sich ins Getümmel eines herkömmlichen Supermarktes stürzen oder mit Menschen aus Fleisch und Blut Kontakt aufzunehmen. zu müssen.

Wollen wir das?

Die Meinung der Leserschaft zu dieser Zukunftsvision (die im Düsseldorfer Medienhafen angeblich schon Gegenwart ist) interessiert uns. Schreibt oder schreiben Sie uns doch, was Sie davon halten.

In dieser Ausgabe laden Sie Michaela Schlereth zu einer herbstlichen Rolliwanderung in Wolfratshausen, Jürgen Walla zu einer Führung in die neue Ausstellung in der Kunsthalle und Wolfgang Vogl zum diesjährigen Herbstfest ein. Lieve Leirs informiert über die Eröffnung einer gynäkologischen Ambulanz für mobilitätseingeschränkte Mädchen und Frauen in München und Peter Pabst führt in das Thema gleichberechtigter Teilhabe im Arbeitsleben ein, das uns auch in der nächsten Ausgabe beschäftigen wird. Wolfgang Vogl berichtet sodann über die diesjährige Mitgliederversammlung, was von einer Vorstellung des neuen Vorstandsmitglieds Heiko Sevecke ergänzt wird und Hanne Kamali schreibt in ihrer Kolumne über das beim neuen Volkstheater gelegene Lokal Schmock.

Zuletzt wieder mein Aufruf an Sie: wenn Ihnen ein Thema besonders wichtig ist, dann schreiben Sie doch einfach etwas darüber für die Clubpost! Wir suchen jederzeit neue Reportagen, Fotos und spannende Beiträge. Schicken Sie uns einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie an im Club-Büro unter 089/356 540 74.  

Bleiben Sie gesund und bleibt gesund! Viel Spaß mit der Clubpost und hoffentlich bald wieder bei allen Aktivitäten des CBF wünscht Ihnen  

Jürgen Walla

Liebe Freunde der Rollstuhlwanderungen,

Im November gibt es nur eine kleine Tour und dies wird auch die letzte sein in diesem Jahr. Wir besuchen Wolfratshausen; das „Kleinod an der Loisach“. Maximal 3 km Rundweg durch das hübsche Städtchen auf geteerten Wegen mit leichten Steigungen. Einkehren werden wir dann in dem gemütlichen Wirtshaus Flößerei, direkt an der Loisach gelegen. Zuletzt waren dort im November 2016. 

Im Zuge einer Normalisierung nach den schwierigen Monaten auf dem Höhepunkt der Corona Pandemie können wir wieder unser alljährliches Herbstfest ausrichten, das bekanntlich 2020 ausfallen musste. Und was soll ich sagen? Wir brennen darauf!

Einige Besonderheiten sind natürlich Corona geschuldet: So gilt auch für das Herbstfest die so genannte 3 G – Regel, das heißt, sie müssen entweder geimpft, genesen oder frisch getestet sein und das – wie schon bei der Mitgliederversammlung im Oktober – am Eingang nachweisen. Es gilt wieder eine Pflicht zum Tragen medizinischer oder FFP 2 – Masken, die Sie nur an Ihrem Sitzplatz abnehmen dürfen. Dies gilt auch beim Gang zum Buffet, bei dem Sie sich zudem mit Einweghandschuhen bedienen müssen. Auch wenn all dies ungewohnt ist, ändert es nichts daran, dass wir uns wieder treffen und einige unbeschwerte Stunden verbringen können. Dazu möchte ich Sie namens des cbf herzlich einladen.

Wie schön, dass Museumsbesuche wieder möglich sind! Wir werden das nutzen und uns gemeinsam die Ausstellung „Fantastisch Real“ über die belgische Moderne in der Kunsthalle ansehen. Selbstverständlich mit Mund-Nase Bedeckung und geimpft, genesen oder getestet.

Am 12. Oktober 2021 haben die 3. Bürgermeisterin Frau Verena Dietl, Gesundheitsreferentin, Frau Beatrix Zurek und Frau Röbl-Mathieu vom Berufsverband der Gynäkologinnen und Gynäkologen die gynäkologische Sprechstunde für Frauen mit Mobilitätseinschränkung festlich eröffnet. Frauen und Mädchen mit Behinderung waren vertreten durch den Behindertenbeirat der LH München sowie das Netzwerk von und für Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Bayern.  

Frauen und Mädchen mit Behinderung sind im Bereich der Gynäkologie in Deutschland und Bayern stark unterversorgt. Der Facharbeitskreis Frauen im Behindertenbeirat beschäftigte sich bereits über 10 Jahren mit dem Thema und forderte eine bessere gynäkologische Versorgung in München. Die Forderung konnte als Maßnahme 13 in den 1. Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention eingebracht werden, welchen der Stadtrat schon 2013 genehmigt hat. Das Büro zur Umsetzung der UN -Behindertenrechtskonvention begleitete die Maßnahme intensiv. Frauen mit Behinderung stellten die Situation in Gremien dar, ein Konzept wurde erarbeitet, die Stadtratskommission der Gleichstellung für Frauen unterstützte mit Empfehlungen, Stadträtinnen und Stadträte stellten Stadtratsanträge, es fanden unter Federführung des Gesundheitsreferats Verhandlungen mit der kassenärztlichen Vereinigung Bayern sowie den Berufsverband der Gynäkologinnen und Gynäkologen statt. Der Weg zur Einrichtung dieser Sprechstunde war harte Arbeit und mit Hürden besät. Rechtliche Fragen mussten geklärt werden, ein wichtiger Kooperationspartner fiel kurz vor der angedachten Eröffnung 2019 weg. Alternativen mussten gesucht und gefunden werden. Herausforderung und Zitterpartie für alle Beteiligten. Bei jeder Gelegenheit machten der Behindertenbeirat, die Netzwerkfrauen Bayern und der Behindertenbeauftragte Oswald Utz auf die Unterversorgung der Mädchen und Frauen mit Behinderung aufmerksam. Denn inzwischen war auch die gynäkologische Ambulanz von Prof. Dr. Debus in Dachau, die lange Zeit die Unterversorgung in unserer Region abgemildert hatte, wegen Ruhestand Prof Dr. Debus, geschlossen worden.

Aber unser Durchhalten und Kämpfen hat sich gelohnt!  

Das Bundesteilhabegesetz weist in seiner Auflage von 2018 einige bedeutsame und hoffnungsvoll stimmende Neuerungen auf. Angebote der Eingliederungshilfe sollen sozialraumorientiert und entsprechend der Vorgaben aus der UN-Behindertenrechtskonvention inklusiv angeboten werden. Ein durchaus geglücktes Vorhaben war die Einführung einer unabhängigen Teilhabeberatung. Gerade dort, wo diesen Beratungsstellen nicht eine Vielzahl an eigenen Leistungsbereichen angegliedert sind und wirtschaftliche sowie machtpolitische Erwägungen nicht den Blick versperren, erhalten die Rat suchenden Menschen mit Behinderung die Informationen, die ihnen neue und bislang verschlossen geglaubte Perspektiven aufzeigen.  In der Vergangenheit haben wir ja bereits über die erfolgreiche Einrichtung einer solchen Stelle beim CBF berichtet.  

Normalerweise halten wir jedes Jahr eine Mitgliederversammlung ab und wählen alle zwei Jahre den Vorstand neu, doch seit März 2020 herrschte eine Ausnahmesituation: zwei Lockdowns und staatliche Vorgaben bei der Durchführung von Vereinsveranstaltungen haben es lange Zeit unmöglich gemacht, eine Mitgliederversammlung durchzuführen. Deshalb war es für uns alle eine Erleichterung, dass im Oktober 2021 wieder eine Mitgliederversammlung stattfinden konnte – wenn auch mit den üblichen coronabedingten Anpassungen bei der Organisation und im Ablauf.

Unser neues Vorstandsmitglied Heiko Sevecke

Ich möchte mich vorstellen als Vorstandsmitglied beim CBF München

Mein Name ist Heiko Sevecke, ich bin 40 Jahre, mein erlernter Beruf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter.  

Schmock und das Volkstheater

Tumblinger Str. 29

Tel.: 089 57 87 88 52

www.schmock-muenchen.com

 

Zitat Intendant Christian Stückl: „Der Viehhof war unser Traumort!“ und nun ist der Traum Wirklichkeit geworden.  

Das neue, barrierefreie Münchner Volkstheater wurde am 15. Oktober eröffnet. Alle Spielorte und auch die Theatergastronomie Schmock sind barrierefrei zugänglich.  

Das Münchner Volkstheater kann fast vier Jahrzehnte nach der Gründung endlich in einem speziellen Theaterhaus spielen. Die Eröffnung fand am 15 Oktober statt. Das Theater hat einen knapp 131 Millionen Euro teuren Neubau im Schlachthofviertel der Landeshauptstadt bekommen. Das Gebäude löst das bisherige Theater ab, das seit der Gründung 1983 dem Volkstheater als Heimat diente. Der bisherige Theaterbau war eine umgebaute Sporthalle, die ursprünglich in den 1950er Jahren errichtet wurde. (dpa/lby)

Das Publikumsinteresse am neuen Programm ist groß. Für die ersten Aufführungen, Konzerte und Lesungen sind schon mehr als 90 Prozent der Eintrittskarten verkauft.