Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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2020-04 April

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

ich sitze zur Zeit mehr im Büro als sonst. Nicht, weil ich mehr Arbeit habe, sondern weil die allermeisten der öffentlichen Veranstaltungen, auf denen ich üblicherweise unterwegs bin, gerade wegen dem Coronavirus abgesagt werden.

Viele halten die umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen, die im Moment getroffen werden – Schulschließungen, Veranstaltungsabsagen, Abriegelung ganzer Gebiete –für übertrieben oder gar für Panikmache. Aber betrachten wir es einmal aus der Perspektive der Menschen mit Behinderung: Viele von uns gehören ganz eindeutig zur Risikogruppe, weil sie ein geschwächtes Immunsystem haben. Da ist in jedem Fall besondere Vorsicht geboten!

Stellen wir uns vor, es kommt zu ersten Corona-Fällen in Einrichtungen (und ich bin mir fast sicher, es wird welche geben). Sind wir dann ausreichend vorbereitet? Gibt es Notfallpläne? Werden die auf Kante genähten Personalkonzepte dieser Ausnahmesituation standhalten? Sind die Menschen mit Behinderung überhaupt ausreichend informiert? Und zwar in einer Form und Sprache, die sie auch verstehen? Wer unterstützt die Angehörigen bei der Bewältigung der Folgen dieser Krise?

Keine Angst. Corona ist und bleibt wohl eine vergleichsweise harmlose Pandemie – wenn wir rechtzeitig und konsequent handeln. Und ich bin mir sehr sicher, dass wir auf all diese Fragen befriedigende Antworten finden werden oder schon gefunden haben. Aber indem wir sie stellen wird klar, dass Corona für Menschen mit Behinderung eben nicht nur eine neue Form der Grippe ist, die das sonst von Seuchen lange verschonte Europa kräftig durcheinanderwirbelt, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, auf die wir reagieren und aus der wir lernen müssen!  

Zum Schluss wie immer mein Appell an Sie/Euch: Wenn Euch/Ihnen etwas besonders am Herzen liegt, dann schreibt/schreiben Sie doch einfach mal einen Artikel darüber für die Clubpost! Wir suchen immer wieder Geschichten, Bilder und Berichte. Schickt/schicken Sie uns einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie uns an im Club-Büro unter 089/356 540 74.  

Viel Spaß mit der Clubpost und bei allen Aktivitäten des CBF (die im Moment noch stattfinden) wünscht  

Holger Kiesel. Bleibt / bleiben Sie gesund!  

Aus aktuellem Anlass:

Wenn Sie diese Zeilen in Händen halten oder am Bildschirm lesen, liegen zwei anstrengende Wochen hinter und eine noch gar nicht absehbare Zeit voller Schwierigkeiten und Entbehrungen vor uns. Wir  

können nur hoffen, dass der heranziehende Sturm nicht zu heftig wird und wir ihn unbeschadet überstehen. Mittlerweile sind bereits umfassende Ausgangsbeschränkungen verfügt worden, ob und wann dies noch verschärft werden, vermag niemand vorherzusagen. Wie dem auch sei, die Versorgung mit Wesentlichem (Medikamenten, Lebensmitteln) ist für alle schwieriger geworden. Sollten Sie dabei Hilfe benötigen, wenden Sie sich gerne an uns. Wir versuchen, eine Lösung zu finden, damit Sie diese Zeit überstehen.  

Sollten Sie Gesprächspartner brauchen, die Ihnen helfen, mit Ängsten und Verunsicherung umzugehen und die aktuellen Entwicklungen einzuordnen, können Sie sich an unser Beratungsteam wenden.  

Täglich von 11.00 – 14.00 Uhr bei  

Peter Pabst 35 65 40 74

Renate Geifrig 54 800 189

Lieve Leirs 54 800 188.

Leider hat die Coronavirus-Krise auch Auswirkungen auf die Clubpost: Da alle Termine bis 30.04.2020 abgesagt worden sind, bleibt unsere Terminliste in diesem Monat leer. Der ursprünglich vorgesehene Artikel über den Rolli-Badminton-Tag am 18.04.2020 entfällt, da dieser coronabedingt nicht stattfindet und auch Hanne Kamalis Lokal des Monats musste mehrfach umgeschrieben und aktualisiert werden – zunächst wegen der begrenzten Öffnung nur bis 15 Uhr, dann wegen der vollständigen Schließung aller gastronomischen Betriebe.  

Kommen Sie gesund durch diese schwierige Zeit und passen Sie auf sich auf!

Die Redaktion

In dieser Ausgabe stellt Hanne Kamali unsere neue Seite zur Barrierefreiheit von Bibliotheken vor und macht Ihnen für eine Zeit ohne Ausgangsbeschränkungen das Lokal „Stiftl“ im Tal schmackhaft. Anna Fleischmann reflektiert über den Begriff „Inklusion“, Carola Walla fragt nach dem Rechtsanspruch auf ein Assistenzzimmer und Lieve Leirs berichtet über das seit 1. März eingerichtete Frauen-Nacht-Taxi.
Zu finden unter den ‚Barrierefreien Orten‘

Nun sind 54 Büchereien in und um München auf unserer Seite gelistet. Ein paar fehlen noch, aber die wichtigsten sind drin. Wobei wir unsere Informationen hauptsächlich auf die Barrierefreiheit, was auch sonst? gerichtet haben. In welcher Höhe legt man die Bücher bei der Ausleihe / Rückgabe ab? Sind die Räume barrierefrei zugänglich? Wie eng stehen die Regale? Wobei diese Information nicht absolut erhoben wurde, da die Regale in einer Bücherei oft ganz unterschiedlich stehen und man um diese Information erschöpfend darzustellen jede Regalreihe messen müsste. Wir haben natürlich auch erhoben, was ein Mensch mit Schwerbehindertenausweis zahlen muss und ob ein Rolli-WC vorhanden ist. Zu diesem d.h. meinem Lieblingsthema (nach Schweinebraten natürlich), habe ich bei den Münchner Stadtbibliotheken festgestellt, dass es in 28 von 30 Büchereien eine, wenn auch nicht immer ideale, Behindertentoilette gibt. Im Landkreis ist in 24 von 26 Büchereien ein Rolli-WC. Da nicht in allen Büchereien alle Medien zugänglich sind, haben wir auch aufgelistet, welche Sachgebiete man erreichen kann und welche nicht.

Auch der letzte Spieletreff am 01. März war wieder gut besucht und unterhaltsam.

Als Termin für den nächsten Spieletreff ist diesmal der 24. Mai 2020 um 15.30 Uhr im Café Zamgwürfelt vorgesehen. Ob die Entwicklung der Corona-Krise dies erlaubt, wird sich zeigen. Wir halten Sie diesbezüglich auf dem Laufenden. Anmelden muss man sich dafür bis 18. Mai 2020 unter  

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.  

Wolfgang Vogl

Die Stadt München will die Mobilität sowie die Sicherheit von Frauen und Mädchen in der Nacht gewährleisten und stellt seit 1. März 2020 einen Zuschuss in Höhe von 5 € pro Taxifahrt in der Nacht zur Verfügung. Ein Frauen-Nacht-Taxi gibt es zum Beispiel auch in anderen Städten wie Hannover, Stuttgart, Freiburg.
Frauen und Mädchen ab 16 Jahren bekommen für nächtliche Taxifahrten in München dank eines Gutscheinsystems eine finanzielle Unterstützung. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr können Frauen pro Taxifahrt einen Wertgutschein in Höhe von fünf Euro einlösen, wenn sie sich zu einer Wohnadresse fahren lassen. Der Fahrtbeginn muss allerdings in München sein. Die Wertmarken sind übrigens nicht nur für Münchnerinnen gedacht.  

– es ist aber gut zu wissen, was sich geändert hat –

Das Assistenzzimmer ist eine wichtige Errungenschaft für Menschen mit Behinderung bei der Vergabe von Sozialwohnungen, denn sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für die Helfer und Pfleger ist es unzumutbar Tag für Tag 24 Stunden nur in einem Raum zu hocken oder auch zu schlafen. An diesem Rechtsanspruch hat sich nichts geändert, geändert haben sich allerdings die Zuständigkeiten. In letzter Zeit ist uns zu Ohren gekommen, dass es bei der Vergabe von Sozialwohnungen hier zu Schwierigkeiten kam. Weil die Stadt erst mal gesagt hat, das wäre nicht mehr ihre Aufgabe. Es stimmt zwar, dass die Stadt für die Miet- und Nebenkosten des Assistenzzimmers nicht mehr aufkommen muss, für die Bereitstellung im Rahmen einer Sozialwohnung aber schon.

In Zeiten des Coronavirus

Zum Stiftl Tal 15
Tel.: 089 23 88 65 22
www.zum-stiftl.de

Seit 21.03.2020 sind alle gastronomischen Betriebe geschlossen. Es ist ausschließlich die Abgabe und die Lieferung mitnahmefähiger Speisen gestattet. Irgendwann werden diese Ausgangsbeschränkungen jedoch wieder wegfallen und für diese Zeit nutze ich nun die Gelegenheit, um viele schon begangene Wirtschaften auf unsere Homepage zu stellen und einige hier zu präsentieren -im April die (relativ) neue Wirtschaft im Tal ‚Zum Stiftl‘. Der Gastraum ist für einzelne Rollstuhlfahrer gut geeignet, aber leider nicht für Gruppen. Vor Wirtschaft standen bisher die Tische und Bänke extrem eng. Es war völlig aussichtslos, sich in einem Rollstuhl an einem Tisch zu plazieren. Mit der vorübergehenden Abstandsregelung (vom 16. – 20.03.2020) konnte man als Rollifahrer auch draußen einen Platz finden. Hoffentlich bleibt das so nach Widereröffnen des Lokals! – nach dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Liebe cbf Redaktion!

Gemäß eurer Aufforderung, für unsere cbf-Post zu schreiben, was uns am Herzen liegt, schreibe ich,  

aber leider nichts Angenehmes. …



Mit der Mode ist es so eine Sache. Wusste denn tatsächlich jeder, was damals dieses schöne Wort „Integration“ bedeuten sollte? Ich war dereinst noch nicht behindert und wusste es nicht. Mein Mann war schon mehrere Jahre schwerbehindert – aber auch er wusste es nicht.