Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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2019-12 Dezember


Liebe Mitglieder, liebe Freunde, 

wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Und 2020 ändert sich viel, auch für Menschen mit Behinderung. Die nächste Stufe des Bundesteilhabegesetzes tritt dann in Kraft: Die Fachleistungen der Eingliederungshilfe werden von der Sozialhilfe getrennt und in ein eigenes Teilhaberecht gefasst.

Das bedeutet – im besten Falle jedenfalls – deutlich mehr Selbstbestimmung für viele Menschen mit Behinderung. Und: deutlich mehr Verantwortung für alle! Ein schieres „weiter so“ wie bisher kann und darf es weder für die Träger der Einrichtungen noch für die Kostenträger geben! Durchaus ein recht schmerzhafter Prozess für den einen oder anderen.Das Bundesteilhabegesetz ist definitiv eine der größten Herausforderungen der Politik für Menschen mit Behinderung. Und es kann eine gewaltige Chance sein.Für einen echten, noch nie dagewesenen Paradigmenwechsel endgültig weg von Fürsorge und Bevormundung, hin zu konsequenter Selbstbestimmung und einer wirklich eigenverantwortlichen Lebensgestaltung für alle.

Aber: Bei einigen Schritten auf diesem Weg drängt die Zeit mittlerweile sehr. Zum Beispiel beim Thema Bedarfsermittlungsinstrument. Bayern ist hier sehr spät dran. Nahezu alle anderen Bundesländer haben inzwischen ein solches Instrument. Nur in Bayern ist leider immer noch nicht klar, ob und wie eine unabhängige Instanz bei den Befragungen zur Bedarfsermittlung helfen könnte, damit die Interessen und Wünsche der Betroffenen auch tatsächlich so frei wie möglich von Träger- und Kostenträger-Kalkulationen ermittelt werden können. Hier wünsche ich allen Beteiligten deutlich mehr Mut auf dem Weg in eine inklusivere Zukunft. Auf geht´s!  

Zum Schluss wieder mein Appell an Sie/Euch: Wenn Euch/Ihnen ein Thema besonders wichtig ist, dann schreibt/schreiben Sie doch einfach mal einen etwas darüber für die Clubpost! Wir suchen immer wieder Beiträge, Fotos und Erlebnisse. Schickt/schicken Sie uns einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie uns an im Club-Büro unter 089/356 540 74. Frohe Weihnachten, ein glückliches und gesundes neues Jahr 2020 und wie immer viel Spaß mit der Clubpost und bei allen Aktivitäten des CBF wünscht Ihnen/Euch Holger Kiesel
Mittlerweile ist es schon eine Tradition beim CBF, dass ich Ihnen im Namen des gesamten Vorstands an dieser Stelle schreiben und gesegnete Weihnachten sowie einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünschen darf.

Wer unser Sommerfest oder die diesjährige Mitgliederversammlung besucht oder die Tätigkeitsberichte in der Clubpost verfolgt hat, weiß sehr gut, dass auch 2019 ein ereignisreiches Jahr für den CBF war: Nach dem im vorherigen Jahr begonnenen Aufbau der EUTB-Beratung bot sich uns Anfang 2019 überraschend die Gelegenheit, zu unseren bisherigen Büroräumen in der Johann-Fichte-Straße 12 im selben Haus im Erdgeschoss gelegene Räume dazu zu mieten. Dadurch konnten wir zum einen unseren erhöhten Platzbedarf befriedigen, zum anderen eine dringend benötigte Besprechungsmöglichkeit schaffen. Die bereits im Vorjahr eingeleitete personelle Verstärkung wurde so durch eine räumliche Ausweitung ergänzt. Jeder kann sich unschwer vorstellen, welcher Aufwand damit verbunden ist, das reicht von der telefonischen und computermäßigen Erschließung der neuen Räume und Verknüpfung mit den „alten“ Räumen bis zum Teambuilding der neuen Gesamtmannschaft.  

Dennoch wird dies kaum jemandem von außen aufgefallen sein, im Gegenteil, manch einer wird den Eindruck haben, unser Verein schwimme in ruhigen und vorgezeichneten Bahnen, bewege sich seit langem auf erprobten und bewährten Wegen. Richtig daran ist, dass unser Büroteam eingespielt und routiniert auch größte Herausforderungen anscheinend mühelos bewältigt und sich der Vorstand nahezu blind auf das Team verlassen kann Dafür möchte ich mich namens des Vorstands an dieser Stelle vielmals bedanken. Richtig ist auch, dass Feste, ein- oder mehrtägige Ausflüge und Ausstellungsführungen  2019 wieder fester Bestandteil unseres Vereinslebens waren. Das verdanken wir auch Ihrem vielfältigen Engagement, das viele dieser Aktivitäten in dieser Form erst ermöglicht. Auch dafür ein herzliches Dankeschön!

Die eben geschilderte Routine ist jedoch nur scheinbar: Wenn im vergangenen Jahr von einer Konsolidierung die Rede war, war damit nie gemeint, sich auf dem Erreichten bloß auszuruhen. Das wäre Stillstand, der die Gefahr des Rückschritts in sich birgt.  Wir haben vielmehr immer hinterfragt, inwieweit  sich Bestehendes bewährt hat oder nachjustiert bzw. gar abgeschafft werden muss. Unsere Überlegungen hatten und haben immer zum Ziel, unsere Leistungen und unser Beratungsangebot auszuweiten und zu optimieren. So erwägen wir derzeit, unsere immer besser ausgelastete EUTB-Beratung zu verstärken, das Thema “Wohnen“ möchten wir noch mehr in den Fokus unserer Arbeit rücken und die Angebote für die Altersgruppe U 40 sollen verstetigt werden.

All dies wird uns aber ohne Sie nicht gelingen. Wir sind bei der Umsetzung unserer Ziele und Vorhaben auf Ihre Unterstützung und Ihr Engagement angewiesen. Bleiben Sie uns gewogen!

Wolfgang Vogl  

 

In dieser Ausgabe lädt Sie Michaela Schlereth traditionell zum Besuch eines Weihnachtsmarkts ein und Wolfgang Vogl berichtet über den letzten Spieletreff. Peter Pabst postuliert, dass Teilhabe angemessene Vorkehrungen bedingt, Carola Walla macht sich Gedanken zum Thema Spätabtreibungen und Hanne Kamali präsentiert zwei günstige Lokale. Außerdem weisen wir auf die Präsentation der Autobiographie von Dr. Ingrid Leitner hin.
Diejenigen, die bei unserem diesjährigen Herbstfest waren, kennen die hörenswerten Betrachtungen unseres Väterchen Frosts bereits. Wer nicht dabei sein konnte oder sich noch einmal in seine Rede vertiefen möchte, findet sie auf der Homepage unter https://www.cbf-muenchen.de/club-post-blog/vaeterchen-frost/1516-2019-vaeterchen-frost
Liebe Wanderfreunde,

Dieses Jahr beschließen wir unsere monatlichen Wanderungen wieder mit einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am Flughafen. 

Samstag, 14.12.2019 
Treffpunkt:   11:20 Uhr  Marienplatz, Gleis Richtung Ostbahnhof vorne
Abfahrt:       S 8 Flughafen um 11:39 Uhr  Ankunft  12:15 Uhr
Einkehr: Airbräu 14:00 Uhr 
Rückfahrt:   offen
Maximal 7  Rollstühle 

Die Rollstuhlwanderungen pausieren dann wie immer für 2 Monate. Im März starten wir ins Wanderjahr 2020, so es das Wetter erlaubt.

 Ich wünsche allen Mitgliedern und Freunden des CBF auf diesem Wege eine besinnliche Weihnachtszeit und freue mich bereits auf die  Wandersaison 2020. 

Herzlichst 
Eure/Ihre
Michaela Schlereth
…  oder im Umkehrschluss:  Die Versagung angemessener Vorkehrungen muss als Diskriminierung bewertet werden!  

Zu dieser Erkenntnis kommt bereits im Jahr 2009 die allseits geschätzte Behindertenaktivistin, Frau Prof. Dr. Theresia Degener, wenn sie beschreibt, dass das Deutsche Recht hier keinesfalls eindeutig ist. Als klassisches Beispiel für eine angemessene Vorkehrung führt sie die behindertengerechte Anpassung eines Arbeitsplatzes an den jeweiligen Arbeitnehmer auf, weist aber zugleich darauf hin, dass das Versagen der Maßnahmen in die allgemeinen Definitionen des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes nicht aufgenommen wurde, es somit nicht einklagbar ist und schon gar nicht an eine Strafzahlung geknüpft werden kann.

Widersprüchliche Gefühle und Gedanken zum Thema Spätabtreibungen

Vor zehn Jahren hat der Bundestag die UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet, aus diesem Anlass hat die Redaktion der Clubpost beschlossen, dass wir uns bei ausgewählten Themen den Stand der Umsetzung anschauen.

Im Artikel 25 Gesundheitsvorsorge steht, dass durch geeignete Maßnahmen zu gewährleisten ist, dass behinderte Menschen Zugang zu Gesundheitsdiensten erhalten.

Unter dem Unterpunkt b ist unter anderem die Rede davon, dass die Vertragsstaaten die Gesundheitsleistungen anbieten, die von Menschen mit Behinderungen speziell wegen ihrer Behinderungen benötigt werden, soweit angebracht einschließlich Früherkennung und Frühintervention.

Unsere Frage war da, wie sieht es dabei insbesondere mit den Spätabtreibungen von behinderten Kindern aus? Spätabtreibung bedeutet oft Abbruch zu einem Zeitpunkt, wo die Kinder schon lebensfähig sind.

Neues zum Spieletreff
Nun gibt es wieder ein paar Neuigkeiten bzgl. dem Spieletreff.
Das Cafe Zamgwürfel hat uns gestern mitgeteilt, dass ab jetzt eine Reservierung für vier Stunden gilt und ein Eintrittspreis von 7 Euro berechnet wird. Genaue Informationen dazu findet man auf der Homepage des Cafés.

Am Sonntag, 19.01.2020 ist der Spieletreff von 15.30 Uhr bis ca. 18.00 Uhr im Cafe Zamgwürfelt.
 
Beim letzten Spieletreff im November haben wir zwei Tische für den 19.01.20 um 14.30 Uhr reserviert.
Nun haben sich bereits 10 Personen angemeldet, sodass wir schon 12 Personen sind.
Beim Cafe Zamgwürfel haben wir nun einen weiteren Tisch reserviert. Dieser wird aber erst um 15.30 Uhr frei.
Alle Spieler, die sich ab jetzt anmelden, beginnen um 15.30 Uhr.
 
Hier nochmal unser Bericht, in dem auch die Bilder erklärt werden:
Am 10.11.19 waren wir 13 Spieler. Blinde, Sehbehinderte, Rollstuhlfahrer, Schwerhörige und nicht Behinderte. Bis auf zwei Blinde Mitspieler, die wir an der U-Bahn-Station Olympiazentrum abholten, kamen alle anderen Mitspieler selbst zum Cafe Zamgwürfelt. Wir spielten in drei Gruppen. Die erste Gruppe spielte Kniffel, die zweite Gruppe spielte Nyctophobia (siehe Bilder: Nyctophobia) und die dritte Gruppe spielte ein Würfelspiel für Blinde und Sehbehinderte mit großen Würfeln auf dem sich fühlbare Augenpunkte befinden. (siehe Bild: Würfelspiel).
Nebenbei und danach bestellten wir auch Getänke, Kuchen und warme Speisen. Später wurde von einigen Spielern noch UNO gespielt.
Ein paar Spieler verließen gegen 16.30 Uhr das Cafe, die meisten Spieler gingen um 17.45 Uhr und manche blieben länger.
Hinweis: Das Spiel Nyctophobia kann auch von blinden Spielern gespielt werden, da ja außer dem Spielleiter, der gleichzeitig der Axtmörder ist und das Spielfeld aufbaut, alle andere, die Gejagten, Augenbinden aufsetzten müssen, da sie nichts sehen dürfen, sondern sich blind durch den dunklen Wald tasten müssen.
Am Sonntag, 19.01.2020 ist der Spieletreff von 15.30 Uhr bis ca. 18.00 Uhr im Cafe Zamgwürfelt. Beim letzten Spieletreff im November haben wir zwei Tische für den 19.01.20 um 14.30 Uhr reserviert. Nun haben sich bereits 10 Personen angemeldet, sodass wir schon 12 Personen sind. Beim Cafe Zamgwürfel haben wir nun einen weiteren Tisch reserviert. Dieser wird aber erst um 15.30 Uhr frei. Alle Spieler, die sich ab jetzt anmelden, beginnen um 15.30 Uhr. Hier nochmal unser Bericht, in dem auch die Bilder erklärt werden: Am 10.11.19 waren wir 13 Spieler. Blinde, Sehbehinderte, Rollstuhlfahrer, Schwerhörige und nicht Behinderte. Bis auf zwei Blinde Mitspieler, die wir an der U-Bahn-Station Olympiazentrum abholten, kamen alle anderen Mitspieler selbst zum Cafe Zamgwürfelt. Wir spielten in drei Gruppen. Die erste Gruppe spielte Kniffel, die zweite Gruppe spielte Nyctophobia (siehe Bilder: Nyctophobia) und die dritte Gruppe spielte ein Würfelspiel für Blinde und Sehbehinderte mit großen Würfeln auf dem sich fühlbare Augenpunkte befinden. (siehe Bild: Würfelspiel). Nebenbei und danach bestellten wir auch Getänke, Kuchen und warme Speisen. Später wurde von einigen Spielern noch UNO gespielt. Ein paar Spieler verließen gegen 16.30 Uhr das Cafe, die meisten Spieler gingen um 17.45 Uhr und manche blieben länger. Hinweis: Das Spiel Nyctophobia kann auch von blinden Spielern gespielt werden, da ja außer dem Spielleiter, der gleichzeitig der Axtmörder ist und das Spielfeld aufbaut, alle andere, die Gejagten, Augenbinden aufsetzten müssen, da sie nichts sehen dürfen, sondern sich blind durch den dunklen Wald tasten müssen.


Wir wissen nicht, wie groß das Café Zamgwürfelt ist. Eines wissen wir jedoch mit Sicherheit: wenn die von Kelly Keller und Manuela Dinkel dort veranstalteten Spieletreffs weiterhin so starke Besuchersteigerungen verzeichnen können wie bisher, werden die Veranstalterinnen früher oder später in eine Großgaststätte oder eine Mehrzweckhalle umziehen müssen. Die Teilnehmerzahl hat sich nämlich allein vom vorletzten zum letzten Spieletreff annähernd verdoppelt.

Winterlicher Ausflug ohne Frieren oder Es geht auch günstig.

KUNSTWERK Theresenhöhe 5
Tel.: 089 14 727 767

L’Osteria Schwanthalerstr. 111
Tel.: 089 59 976 116
 

Jetzt wird es wieder kalt, also zieht euch warm an und dann? Dann gehen wir zum Forum Schwanthaler Höhe, dem neuen Einkaufszentrum. Erfreuen wir uns in der Vorweihnachtszeit an der festlichen Dekoration und frieren muss man dort auch im Januar nicht. Neben einer Reihe von Imbissständen und vielen Läden findet man dort zwei barrierefreie Friseursalons, was es auch nicht an jeder Ecke gibt. Das ist schon mal mein erster Tipp. Und zwei richtig coole Lokale gibt es auch..

Ingrid Leitner war Gründungsmitglied des CBF und langjährige Vorsitzende, ohne sie würde es den CBF München in seiner heutigen Form nicht geben. Wir verdanken ihr viel: Ihren Einfallsreichtum, ihre Kampfkraft und Hartnäckigkeit, ihre überragende  Intelligenz hat sie der Aufgabe gewidmet, dass Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft als ebenbürtige Partner anerkannt werden.

Sie hat an einer Autobiographie geschrieben, die sie vor ihrem Tod weitgehend fertig gestellt hat.