Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

2022-05 Mai

Liebe Leserinnen und Leser,

so ein unfrohes Osterfest wie heuer, haben wenige von uns erlebt, höchstens Leute, die den letzten Krieg noch mitgekommen haben. Jeder gibt Weisheiten und Kommentare dazu ab, in den Medien, im Netz, überall. Darauf verzichte ich.

Alles neu macht der Mai. Was bringt die neue Clubpost?
Heuer ist es fünf Jahre her, dass Dr. Ingrid Leitner, die langjährige Vorsitzende des CBF München gestorben ist. Elisabeth Wufka, die von 2001 bis 2013 für das Büro in der Johann-Fichte-Straße zuständig war und weiterhin als Helferin aktiv ist, erinnert sich an Frau Dr. Leitner.

Wir stellen ein neues Onlineportal für inklusive Wohnprojekte vor.

Der Bundesverband für Körperbehinderte hat eine Umfrage zum Öffentlichen Personennahverkehr begonnen, wir weisen darauf hin.

Michaela Schlereth informiert über die Rollstuhlwanderung im Mai und Hanne Kamali bespricht als Lokal des Monats das HeimWerk. Sie hat sich dafür auch an den Rollingerstammtisch gewandt.

Außerdem aktuelle Informationen zum Thema barrierefreie WCs und aktuelle Termine.

Und wenn Sie etwas wissen, was für die Leser und Leserinnen der Clubpost wichtig oder interessant ist, oder wenn Sie Ihre Meinung äußern wollen, schreiben Sie etwas darüber für die Clubpost! Wir suchen jederzeit neue Reportagen, Fotos und spannende Beiträge. Schicken Sie einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie an im Club-Büro unter 089/356 540 74.  

Alles Gute, bleiben Sie gesund! Ihr Jürgen Walla

-  ein persönlicher Rückblick von Lisbeth Wufka -

 
Vor 5 Jahren starb Dr. Ingrid Leitner, bis heute bin ich dankbar dafür, sie gekannt zu haben.

Unsere Bekanntschaft begann im August 2001, als ich zu einem Vorstellungsgespräch beim CBF München eingeladen wurde. Anwesend waren Dr. Ingrid Leitner und Dr. Sibylle von Steinsdorf. Als erstes war ich sehr beeindruckt von Frau Dr. Leitner, eine imposante Erscheinung in ihrem Rollstuhl, sehr gepflegt, schick gekleidet, überaus freundlich aber auch sehr bestimmt. Die beiden Damenhaben mir sehr gut gefallen. Bald waren wir uns einig und ich sollte meine Tätigkeit am 1. Oktober 2001 aufnehmen.

Näher lernte ich Frau Dr. Leitner, die zu dieser Zeit noch im Bayerischen Rundfunk tätig war, bei den wöchentlichen Dienstbesprechungen kennen. Dies geschah immer in einer sehr angenehmen Atmosphäre in ihrer Wohnung. Sie war sehr kompetent und wusste, wo es langgeht. Sie verlangte von den Angestellten selbständiges und verantwortungsvolles Arbeiten. Morgens kam sie immer ins Büro, wo der sie begleitende Zivildienstleistende bereits auf sie wartete, um sie in den Rundfunk zu fahren. Wie das bei Zivis so war, klappte es mit der Pünktlichkeit nicht immer. Das konnte sie absolut nicht leiden. Für mich war das auch nicht angenehm, denn für die Zivis hatte ich die Verantwortung.

Christine Schweiger träumt schon lange davon, von zuhause auszuziehen. Die 22-jährige lebt mit dem Downsyndrom und macht aktuell eine Ausbildung zur Küchenhilfe. „Wir sind uns einig, dass ein Wohnheim keine Option ist“, erzählt Susanne Schweiger, ihre Mutter. „Andere Möglichkeiten gibt es hier vor Ort nicht. Und alleine leben kann und will Christine nicht“. So wie Christine geht es vielen Erwachsenen mit einer sogenannten geistigen Behinderung. Etwa die Hälfte von ihnen wohnt auch im fortgeschrittenen Erwachsenenalter bei den Eltern. Andere leben in Einrichtungen, nur ein kleiner Teil selbstbestimmt, wie es nach UN-Behindertenrechtskonvention eigentlich die Regel sein sollte. Auch Menschen mit körperlichen oder seelischen Behinderungen betrifft der Mangel an attraktiven Wohnangeboten. Je komplexer der Unterstützungsbedarf, desto geringer das Angebot – das zeigen die Erfahrungen.

„Also packen wir es selbst an“, sagen Christine und Susanne Schweiger stolz. „Gerade sind wir dabei, ein Basiskonzept zu schreiben und Kooperationspartner zu finden.“ Hierbei findet Familie Schweiger Hilfe auf der neuen Webseite von WOHN:SINN. „Zuerst habe ich online an der Infoveranstaltung für Einsteiger teilgenommen“, erklärt Susanne Schweiger. „Dann haben wir uns in die Karte eingetragen, damit andere auf uns aufmerksam werden und sich vielleicht uns anschließen.“

Umfrage ÖPNV

 

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. möchte im Rahmen des Projektes ÖPNV für Alle die aktuelle Situation im ÖPNV dokumentieren.  

Ist Ihr Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) barrierefrei? Der 1. Januar 2022 war der Stichtag für einen vollständig barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). So schreibt es zumindest § 8 Abs. 3 des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) vor. Wir alle wissen, dass die Praxis momentan anders aussieht und am 01.01.2022 dieses Ziel nicht erreicht wurde. Das vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. initiierte Projekt "ÖPNV für Alle" begleitet die Umsetzung der Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr und steht vor allem für die Verbände vor Ort und Menschen mit Behinderung als Ansprechpartner zur Verfügung. Im Rahmen dieses Projekts wurden bisher die Nahverkehrspläne aller Landkreise und kreisfreien Städte der Bundesländer (soweit verfügbar) zusammengetragen und auf das Thema Barrierefreiheit hin ausgewertet. Für uns ist wichtig, zu wissen, wie die Lage vor Ort ist, denn wir können nicht überall zeitgleich sein und möchten deshalb mit Ihnen in den Dialog treten. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem ÖPNV gemacht?  

Liebe Wanderfreunde,

Im Mai gibt es leider wieder viele Baustellen in München! Eigentlich wollte ich mit Euch nach Polling bei Weilheim, das müssen wir auf Juni verschieben. Stattdessen wandern wir in Ismaning entlang der Isar. Eine sehr schöne Wanderung, die wir 2015 zuletzt gemacht haben.

Teer- und Sandwege, teilweise längere Strecken mit grobem Schotter an der Isar,

ca 8 km, kurze Steigungen, dabei einige stärkere.

Wegen der Sperrung der Stammstrecke starten wir am Ostbahnhof.

HeimWerk

Tal 15

Tel.: 089 8 96 79 76 00

www.heimwerk-restaurant.de


 

Nun wiederhole ich mich zum ersten Mal. Im März 2019 hatte ich von der Minikette HeimWerk mit zwei Filialen, einer in Schwabing, nicht barrierefrei, und einer im Glockenbachviertel, auf Umwegen barrierefrei, berichtet. Nun, drei Jahre später gibt es doppelt so viele, d.h. vier Filialen, man könnte sagen inzwischen bundesweit, eine neue in Düsseldorf und eine im Tal. Das HeimWerk im Tal ist völlig barrierefrei zugänglich mit einer großen Toilette. Das Mobiliar ist gleichgeblieben, lange Holztische meist mit Holzbänken davor. Das Food Konzept des HeimWerk hat sich auch bewährt  

Gipfelglück für Menschen mit Handicap

 

Brannenburg/Oberaudorf/Bergen – Am 5.Mai 2022 feiert der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung sein 30. Jubiläum. Heuer machen – nach zwei Jahren Pandemie-Pause – wieder mehrere Bergbahnen in der Region mit. Unter anderem die Herzogstandbahn am Walchensee, die Hocheckbahn in Oberaudorf, die Tegelbergbahn in Schwangau und die Wendelstein-Zahnradbahn in Brannenburg bescheren Menschen mit Behinderung an diesem Tag kostenlose Gipfelfreuden. Ab einer eingetragenen Behinderung von 60% werden Gäste am Sonntag, 15. Mai kostenfrei auf den Berg und wieder ins Tal befördert. Eine eingetragene Begleitperson kann gratis mit.

 

Weitere Informationen und Anbieter finden Sie unter dem Link:  https://www.seilbahnen.de/2022/04/14/aktionstag-fuer-menschen-mit-behinderung/

Information bereitgestellt von Michaela Schlereth