Liebe Leser,
heute möchte ich Sie mitnehmen auf eine Reise durch das schöne Zillertal in Österreich und seine Umgebung. Freuen Sie sich auf wunderschöne Landschaften aus verschiedenen Blickwinkeln und Regionen. Sei es aus dem schönen Zillertaler Naturpark mit dem Zillergrund, bei einem Gleitschirmflug über das Zillertal oder auf dem Hintertuxer Gletscher in bis zu 3.200 m Höhe.
Ausgangspunkt meiner Tagestouren war stets Mayrhofen im Zillertal. Aber schon die Anreise ist sehr malerisch. Man fährt mit der Zillertalbahn auf einer kleinen, einspurigen Strecke. Immer wieder erstrecken sich kleine Almen und Seen entlang des Weges, während das Tal von beeindruckenden Bergen gesäumt wird.
An meinem ersten Tag machte ich einen Gleitschirmflug über das Zillertal mit einem Verein, der sich auf das Gleitschirmfliegen mit Rollstuhlfahrern spezialisiert hat. Zunächst ging es in Mayrhofen mit der Seilbahn und in Begleitung auf den Penken. Von dort ging es mit einem speziellen Flugstuhl weiter zur Abflugwiese. Dort wurde ich im Flugstuhl noch einmal sehr gut mit vielen Gurten gesichert.
Der Pilot war dabei fest mit mir und dem Flugstuhl verbunden. Als alles vorbereitet war, schoben uns drei Personen aus dem Team bis kurz vor eine Kante. Dann zog uns der Gleitschirm nach oben. Für mich ist es immer wieder ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit, ganz ohne Sorgen beim Fliegen.
Der Zillertaler Naturpark und der Zillergrund
Ein weiteres Erlebnis während meiner Reise war der Besuch des Zillergrundes im Zillertaler Naturpark. Das weitläufige Tal liegt südlich von Mayrhofen und führt tief hinein in die beeindruckende Bergwelt der Zillertaler Alpen. Schon die Fahrt durch das Tal ist ein Erlebnis: Entlang der schmalen Straße wechseln sich bewaldete Berghänge, saftige Almwiesen und steile Felswände ab. Je weiter man in den Zillergrund gelangt, desto ursprünglicher und ruhiger wirkt die Landschaft.
Ein Höhepunkt ist die Zillergrund-Staumauer am Ende des Tales. Die imposante Mauer des Speichers Zillergründl steht in starkem Kontrast zur ursprünglichen Berglandschaft und zeigt gleichzeitig, wie die Wasserkraft im Zillertal genutzt wird. Hinter der Staumauer liegt der türkis schimmernde Speichersee, der von hohen Bergen und grünen Hängen umgeben ist. Besonders bei schönem Wetter spiegeln sich die umliegenden Gipfel im ruhigen Wasser und sorgen für eine beeindruckende Kulisse.
Hinauf auf 3.200 Meter – der Hintertuxer Gletscher
Der beeindruckendste Teil meiner Reise war der Besuch des Hintertuxer Gletschers im Umland von Mayrhofen. Man kann den Gletscher mit drei Seilbahnen auf bis zu 3.200 m Höhe erreichen. Von dort hat man nicht nur einen beeindruckenden Blick auf die umliegenden Berge der Alpen, sondern gewinnt auch einen Eindruck davon, wie stark sich die Landschaft verändert, je höher man gelangt.
Die noch grünen Landschaften am Fuß des Gletschers werden mit zunehmender Höhe immer felsiger und rauer. Wobei ich finde, dass der Ausdruck „Gletscher“ hier kaum noch passt. Der Klimawandel ist hier sehr sichtbar. Bis auf wenige Eisfelder, die teilweise abgedeckt sind, sieht man nur noch die beeindruckende Felslandschaft.
Ich verabschiedete mich vom Hintertuxer Gletscher mit einem geteilten Gefühl: Auf der einen Seite ist die felsige Landschaft in dieser Höhe sehr beeindruckend, auf der anderen Seite finde ich es beklemmend, wenn ich darüber nachdenke, dass diese gesamte Felslandschaft einmal von Eis bedeckt war.
Fazit
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Urlaub sehr schön und entspannend war. Mich fasziniert immer wieder die Schönheit und Imposantheit der Natur. Sollten Sie jetzt auch Lust bekommen haben, der Region Zillertal einmal einen Besuch abzustatten, kann ich Ihnen nur sagen: Wenn Sie genauso landschaftsbegeistert sind wie ich, werden Sie es nicht bereuen.
Kleine Anmerkung zur Barrierefreiheit
Jedes der vorgestellten Ziele bzw. jede der Regionen ist auch mit Rollstuhl gut mit Bus oder Bahn beziehungsweise mit Seilbahnen erreichbar. Mit einer kleinen Ausnahme: Die Seilbahnen auf dem Hintertuxer Gletscher sind auch mit Rollstuhl kein Problem. Allerdings muss man, um bis zur Spitze zu kommen, an der letzten Mittelstation die Seilbahn noch einmal wechseln. Dieser Weg ist bereits sehr steinig und felsig, da er sich schon auf etwa 2.600 m Höhe befindet.
Es empfiehlt sich daher allgemein, bevor man mit dem Rollstuhl zum Hintertuxer Gletscher aufbricht, die Mitarbeiter der Infohotline des Hintertuxer Gletschers anzurufen.
Text: Florian Schütze




