Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

-  ein persönlicher Rückblick von Lisbeth Wufka -

 
Vor 5 Jahren starb Dr. Ingrid Leitner, bis heute bin ich dankbar dafür, sie gekannt zu haben.

Unsere Bekanntschaft begann im August 2001, als ich zu einem Vorstellungsgespräch beim CBF München eingeladen wurde. Anwesend waren Dr. Ingrid Leitner und Dr. Sibylle von Steinsdorf. Als erstes war ich sehr beeindruckt von Frau Dr. Leitner, eine imposante Erscheinung in ihrem Rollstuhl, sehr gepflegt, schick gekleidet, überaus freundlich aber auch sehr bestimmt. Die beiden Damenhaben mir sehr gut gefallen. Bald waren wir uns einig und ich sollte meine Tätigkeit am 1. Oktober 2001 aufnehmen.

Näher lernte ich Frau Dr. Leitner, die zu dieser Zeit noch im Bayerischen Rundfunk tätig war, bei den wöchentlichen Dienstbesprechungen kennen. Dies geschah immer in einer sehr angenehmen Atmosphäre in ihrer Wohnung. Sie war sehr kompetent und wusste, wo es langgeht. Sie verlangte von den Angestellten selbständiges und verantwortungsvolles Arbeiten. Morgens kam sie immer ins Büro, wo der sie begleitende Zivildienstleistende bereits auf sie wartete, um sie in den Rundfunk zu fahren. Wie das bei Zivis so war, klappte es mit der Pünktlichkeit nicht immer. Das konnte sie absolut nicht leiden. Für mich war das auch nicht angenehm, denn für die Zivis hatte ich die Verantwortung.



Sehr inspirierend waren ihre Führungen in den diversen Museen, die sie für die Clubmitglieder veranstaltete und die wir alle sehr genossen haben.

Ich habe sie selber als große Genießerin kennen gelernt. Ob bei gutem Essen, in der Natur, bei Kunst und Kultur und überhaupt in Bezug auf das Leben. Kaum jemand den ich kenne, der so genießen kann, wie sie es konnte.

Ein Wermutstropfen in ihrem Leben war die Zeit der Erkältungen, die sie immer wieder heimsuchten und auf die so mancher Krankenhausaufenthalt mit Beatmung folgte. Ich habe sie einmal besuchen können und da habe ich erst begriffen, was das für sie bedeutet: Atemnot und Todesangst. Geklagt hat sie so gut wie nie. Sie sagte öfter, sie habe trotz ihrer Behinderung ein gutes und erfülltes Leben.

Als sie in Rente ging, kam sie in der Regel einmal am Tag ins Büro. Da wurden dann die anstehenden Tätigkeiten und Probleme besprochen. Auch ab und an persönliche Dinge oder wir führten Gespräche über das Kulturleben, das sie so liebte. Nach meinem Ausscheiden in den Ruhestand vertiefte sich unsere Beziehung und ich habe sie noch näher kennen und schätzen gelernt. Wir haben oft was zusammen unternommen und es war immer fröhlich und interessant. Sie war eine überaus bewundernswerte Frau, voller Tatendrang und inspirierend. In Bezug auf Kunst und Kultur hat sie mir neue Welten eröffnet und dafür bin ich ihr noch heute dankbar und denke gerne an sie.

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