Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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Es ist Frühling, der Himmel ist tiefblau, Sonne scheint, da bin ich normalerweise mit E-Rolli und Fotoapparat unterwegs. Nun ist Ausgangssperre und ich soll zuhaus bleiben. Schon als Kind habe ich immer lieber draußen gespielt. Aber da fällt mir auch eine Geschichte aus meiner Kindheit ein.
Bei Kriegsende, ich war zehn Jahre alt, wohnten wir in einer Kleinstadt in Niedersachsen, weil wir 1943
in Hamburg ausgebombt waren.
Als 1945 Engländer in Soltau eimarschierten, haben sie die Eingangsfront des Hauses, in dem wir wohnten, zerschossen. Dann kam Ausgangssperre und wir konnten uns nur im offenen Hauseingang oder in unserer kleinen Dachkammer aufhalten. Ich war viel im Treppenhaus, um zu sehen was draußen los war oder auch nicht.
Gegenüber war ein Geschäft, wo es ein paar Treppenstufen raufgingen. Da saß eines Tages ein Soldat, der Wache hielt. Es war vielleicht ein Schotte. Jedenfalls spielte er wunderschön auf einem Dudelsack, ein Instrument, das ich vorher noch nie gehört oder gesehen hatte. Danach hat mir die Ausgangssperre fast nichts mehr ausgemacht. Bis heute höre ich gerne Dudelsack, so hat die damalige Ausgangssperre noch einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Vielleicht kommt ja jetzt auch wieder so ein Impuls.

Else Hestermann
Meinungen dazu: (1)
05.05.2020 15:04 Eva von Häfen
Über die Geschichte habe ich mich gefreut, ich selbst habe kaum Erinnerungen an diese zeit, da ich bei Kriegsende nicht ganz 3 Jahre alt war.
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