Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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Ein Bericht über den ADAC-Treppenlauf am 24.Oktober 2019

Seit einigen Jahren kommt es immer mehr in Mode, Bankentürme, Kirchen oder schlichte Bürobauten über deren Treppenhäuser zu bezwingen und sich in  Treppenläufen sportlich zu messen. Wie bei allen sportlichen Aktivitäten gibt es auch hier mittlerweile bereits nationale Treppenlaufverbände sowie sogar eine Towerrunning World Association. So weit, so gut.

Gemeinhin denkt man jedoch, dass sich diese anspruchsvolle Disziplin nicht für alle Menschen eignet und insbesondere für viele Sportler mit Handicap nicht in Frage kommt. Während nämlich ohne Weiteres Rollstuhl-Basketballmannschaften gegeneinander antreten oder Rollstuhlfahrer mit entsprechenden Skiern die Pisten hinab fahren können, scheint ein Treppenlauf für Rollstuhlfahrer gar nicht in Frage zu kommen, ist doch eine Fahrt die Treppen hinauf bis zur obersten Etage undenkbar. Als mich ein mit mir befreundeter, aus Mailand stammender Rollstuhlfahrer vor einiger Zeit bat, ihm bei der Anmeldung zum Sky Run auf den Frankfurter Messeturm behilflich zu sein, sprengte dies zunächst daher meine Vorstellungskraft und ich musste nachfragen, wie man als Rollstuhlfahrer an einem solchen Treppenlauf überhaupt teilnehmen kann. Die Lösung ist aber ganz simpel: als Rollstuhlfahrer fährt man bei einem Treppenlauf die Stufen nicht hinauf, sondern hinab. Doch wer als Fußgänger  schon einmal vor einer in die Tiefe führenden Treppe gestanden hat und womöglich die Stufen mit Gepäck und ohne Geländer bewältigen musste, weiß, dass das halsbrecherisch und gefährlich sein kann. Aber als Rollstuhlfahrer Treppen hinunter fahren? Unmöglich.

Haki Doku, der mit mir befreundete Rollstuhlfahrer, hat es aber genau darin inzwischen zu einer wahren Meisterschaft gebracht und bereits mehrere einschlägige Guinness Weltrekorde gewonnen.

Am 24. Oktober 2019 nahm er jetzt erstmalig auch am alljährlich stattfindenden ADAC-Treppenlauf teil, der dieses Jahr bereits zum sechsten Mal ausgerichtet wurde.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass er die 472 Stufen unfallfrei und in einer bewundernswerten Geschwindigkeit hinunter gefahren ist.
Wolfgang Vogl