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München und Region

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CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn will Vier-Bett- Zimmer in Krankenhäusern verbieten

Warum werden bei uns im Gesundheitswesen immer wieder unnötige, ja teilweise unsinnige Forderungen erhoben? Wenn hier als Begründung für die genannte Forderung gesagt wird „für schwer kranke Patienten ist die Unterbringung in einem 4-Bett-Zimmer unzumutbar“, so ist das durchaus richtig, aber: Wer tut denn so etwas? Jeder Arzt will doch seine Patienten gesund machen, dazu gehört neben der richtigen Behandlung die notwendige Ruhe; in keinem Haus werden schwerkranke Patienten in 4-Bett-Zimmern untergebracht!

Warum beschäftigen sich die „Experten“ nicht endlich mit dem Abbau des Papierkrieges in den Krankenhäusern, der dazu führt, dass die Stationsschwestern überhaupt nicht mehr zur Patientenbetreuung kommen? Warum wird bei der oft bahnbrechenden Erfindung neuer diagnostischer Methoden nicht festgelegt, wo sie angewendet werden dürfen, damit die Kosten nicht ins Unendliche steigen? Warum verlangt man nicht generell die Verwendung von Generika, um die Kosten für Medikamente zu senken? Eine neue, sehr effektive Bestrahlungsmethode weckt bei bestimmten Krebsformen große Hoffnungen; bereits bei der Genehmigung der dafür erforderlichen neuen Apparate müsste aber gebremst werden, denn wir brauchen keine fünf bis sechs Apparate für diese neue Strahlentherapie allein in München. So viele sind aber bereits beantragt.

Unsere überalterte Gesellschaft benötigt dringend Veränderungen. An erster Stelle steht dabei die erforderliche Aufstockung des Betreuungs- und Pflegepersonals. Nur wenn man sich zu einer besseren Bezahlung entschließen würde, fänden sich vermehrt Altenpfleger, denn von den derzeit üblichen Gehältern etwa in städtischen Altenheimen kann das Personal z. B. in München nicht leben. In den Alten- und Pflegeheimen müssten Zimmer, in denen zwei Personen leben, verboten werden – so nicht z. B. Eheleute dies unbedingt wollen. Der Prozentsatz wird aber sehr gering sein, da der Schlaf-Rhythmus auch bei Eheleuten im Alter oft sehr unterschiedlich ist.

Die Menschen, die heute in den Altenheimen leben, haben Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut und dafür gesorgt, dass 10 Millionen ausgewiesene Deutsche aus dem Osten in der Bundesrepublik integriert wurden. Jetzt sollte nicht das Geld fehlen, ihnen ein gutes Alter zu ermöglichen.

Ruth Kern

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