Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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Flussufer im Nebel 1821 Carpar David Friedrich

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

heute zur Abwechslung einmal mit einer netten Anekdote aus dem Supermarkt: Ich stehe mit meinem Rollstuhl und dem Korb mit meinen Sachen an der Kasse. Vor mir eine Frau, die mich fragt, ob sie mir helfen soll. Ich lehne höflich ab. Sie fasst trotzdem in meinen Korb. Ich bin etwas irritiert und lehne nochmal – diesmal ein wenig bestimmter im Ton – ab. Sie dreht sich etwas pikiert weg.  

Ich sage: „Sie machen das doch auch lieber selber, wenn Sie es können, oder?“. Da überlegt sie kurz und sagt dann mit siegesgewissem Unterton: „Nein, also ich bin Lehrerin und ich delegiere ja lieber! Da gewöhnt man sich ganz schnell dran!“

Ich denke: ob ihre Kollegen das wohl genauso sehen? Ich bin aber trotzdem durchaus von der schlagfertigen und originellen Antwort der gelernten Pädagogin beeindruckt. Dann antworte ich, dass ich mich an diese Art des Delegierens aber nicht gewöhnen möchte und die Dame dreht sich erneut etwas beleidigt um.  

Nun kommt der Mann hinter mir ins Spiel – ein Typ wie eine schlechte Kopie von Frank Zander: das Alter, der Bart, die Stimme, dazu eine sehr schräge, kleine, runde Brille. Er beugt sich zu mir vor und sagt schelmisch, so dass die Frau es gut hören kann: „Wissen Sie was? Lassen Sie die Dame doch einfach bezahlen!?“. Respekt, diese Idee wäre eines Frank Zander würdig und hätte auch von mir sein können – leider war sie es nicht.

Das Ende vom Lied: Wir haben alle gemeinsam herzhaft gelacht – ja auch die Lehrerin hat sich tapfer bemüht, die Situation nach Kräften mit Humor zu nehmen –und dann zusammen meine Sachen in meinen Rucksack gepackt. Zu guter Letzt waren also alle irgendwie glücklich. So kann´s gehen.

Zuletzt wieder mein Aufruf an Sie/Euch: wenn Euch/Ihnen ein Thema besonders am Herzen liegt, dann schreibt/schreiben Sie doch einfach mal einen Artikel darüber für die Clubpost! Wir suchen immer wieder Berichte, Bilder und Geschichten. Schickt/schicken Sie uns einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ruft/rufen Sie uns an im Club-Büro unter 089/356 540 74.  

Viel Spaß mit der Clubpost und bei allen Aktivitäten des CBF wünscht Ihnen/Euch Holger Kiesel

Foto und Anmerkung zum Headerartikel

 

In manchen Supermärkten gibt es Einkaufswägen für Rollstuhlfahrer. Ich hab zufällig gerade einen bei Lidl gesehen. Mal sehen, ob sie sich vermehren. Zur Gattung Karnickel gehören sie bestimmt nicht.

 

Bildnachweis:

 

In dieser Ausgabe lädt Sie Wolfgang Vogl zum diesjährigen Herbstfest ein, Michaela Schlereth zu einer Rolliwanderung von Kleinberghofen nach Altomünster und Jürgen Walla zum Besuch der Ausstellung „Lebensmenschen“. Kelly Keller und Manuela Dinkel kündigen den nächsten Spieletreff an und Hanne Kamali stellt ein Steakhouse vor. Wolfgang Vogl schließlich berichtet vom ADAC-Treppenlauf und wie ein Rollstuhlfahrer die zu überwindenden Treppen nicht hinaufläuft, sondern hinunterfährt.