Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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Der Ausflug nach Kelheim mit Weiterfahrt auf einem Schiff zum Donaudurchbruch bei Kloster Weltenburg und essen im Klosterhof - das klang sehr verlockend. Im April fand eine Vorbesichtigung statt, Wasserpegelstand normal, jetzt im Juli, Pegelstand extrem niedrig. Schiffe konnten nicht mehr am Klostersteg anlegen, Weltenburg kann aber auf dem Landweg dennoch besucht werden.

München am Samstagmorgen: Regen bis in die Hallertau, einige von uns sahen in der Ferne aber einen blauen Streifen am Horizont, die Stimmung war bestens. In Kelheim (ehemaliger Residenzort der Wittelsbacher, heute ca. 16.000 Einwohner) war das für Rollstühle geeignete Schiff nicht verfügbar – ärgerlich! Doch unseren beiden M & M Mädels entlockte das nur ein Lächeln. Sie buchten ein anderes Boot, und so gab es eben nicht den Donaudurchbruch zu bewundern, sondern die auf dem Michelsberg thronende Befreiungshalle, erbaut im Auftrag von König Ludwig dem Ersten.

Vor der Abfahrt hatten wir genügend Zeit, durch Kelheim zu bummeln. Ab und an fiel ein Tropfen vom Himmel. Leider gab es keinen Stand mit warmen Leberkäsesemmeln auf den Markt - eindeutig eine Versorgungslücke!

Nach der Schifffahrt hurtig in den Bus Richtung Weltenburg und vom Parkplatz dann auf zum ca. 700 Meter entfernten Kloster. Dort wurden wir schon im für uns reservierten Barocksaal erwartet. Adi hatte Lust auf ein Schäufele, aber er ist ein Kavalier … Die Bedienung sagte nämlich:“ Wir haben nur noch vier Schäufele, die bekommen doch die vier Frauen hier am Tisch, oder? Die Haxe schmeckt ihnen bestimmt auch!“  

Die weltberühmte Abteikirche St. Georg zu besichtigen ist Pflicht.  Sie ist ausgeschmückt mit Stuckarbeiten und Malereien der Gebrüder Asam. Bereits im Jahre 617 n.Chr. gab es hier eine klösterliche Siedlung, sie gilt als eine der ältesten Bayerns. Nicht vergessen darf man die Klosterbrauerei mit ihren sehr süffigen Biersorten. Die Klosteranlage stahlt trotz der Menschenmassen eine gewisse Ruhe aus. Ein Blick auf die Uhr sagte uns: auf, auf zum Bus. Müde nach dem langen Tag freute sich jeder auf die bequeme Heimfahrt. Einige von uns waren wirklich erledigt. „Dieser lange Weg zum Kloster (s.o.), das waren doch an die 15 Kilometer“, meinte einer, ein anderer:„… wenn nicht mehr!“ Wir einigten uns auf gefühlte 20 Kilometer.

Nun, mit einer Haxe samt Knödel und zwei Weltenburg Barock-Dunkel im Bauch, am späten Nachmittag zu sich genommen, lassen auch kurze Strecken sehr lang werden.

Glücklich, zufrieden und mit vielen schönen Eindrücken im Kopf ging es wieder Richtung München. Das Wetter war gnädig bis Höhe Hallertau, dann setzte ein Platzregen ein. Gut, dass der Busbahnhof überdacht ist! Wir werden noch lange an diesen schönen Tag zurückdenken.
Ein großes  Dankeschön von allen Mitfahrenden  

Songard Krauß