Club Behinderter und Ihrer Freunde e.V.
München und Region

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Manch einer mag dem deutschen Sprichwort „Arbeit ist des Lebens Würze“ wenig abgewinnen und wird entschieden widersprechen, da Arbeit für ihn in erster Linie mit Zwängen verbunden ist: Bei fast allen selbstständigen und nichtselbstständigen Tätigkeiten engt ein zeitliches Korsett den Tages- und Wochenablauf erheblich ein, die meisten sind in ihrer Arbeit an Weisungen eines Vorgesetzten gebunden oder in ähnlicher Weise von Kunden oder Klienten abhängig und die zunehmende Digitalisierung hat de facto oftmals eine Abschaffung des Feierabends zur Folge - mit permanenter Erreichbarkeit und drohendem ‚burn out‘.

Und doch: Was wären wir ohne Arbeit? Identifizieren wir uns nicht mit einem Beruf, für den wir oftmals jahrelang ausgebildet worden sind und an dem wir mit viel Herzblut hängen? Ist Arbeit nicht auch in hohem Maße sinnstiftend, so sehr, dass manche Freiberufler, wenn sie können, bis weit über achtzig ihren Beruf ausüben?

Diesem Umstand trägt auch die in Deutschland 2009 ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention Rechnung, wenn sie in Art.27 umfangreiche Garantien zu Gunsten von Menschen mit Behinderungen ausspricht und in Art.24 das Recht auf inklusive Bildung postuliert, wodurch in vielen Fällen ein Beruf erst ergriffen werden kann.

Doch wie ist die Lage heute, fast zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland? Wir möchten in der Clubpost das Jahr 2018 dem Schwerpunktthema ‚Arbeit‘ widmen, Ihnen zunächst einen Einblick geben, wie die Situation für Menschen mit Behinderungen im Bereich Arbeit ist und dann einzelne Aspekte herausgreifen, die aus unserer Sicht erwähnenswert sind. Das reicht von der Ausbildung blinder Personen zum Abtasten im Rahmen einer Brustkrebsfrüherkennung über rechtliche Besonderheiten für Menschen mit Behinderung bis hin zur Vorstellung integrativer Betriebe. Doch auch Sie sind gefragt: Wie sind Ihre Erfahrungen als Mensch mit Behinderung? War es für Sie leicht, einen Arbeitsplatz zu finden? Sind Sie mit Ihrem Arbeitsalltag zufrieden, weil er diskriminierungsfrei abläuft? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen, womit Sie zufrieden sind und was Sie auszusetzen haben!

Wolfgang Vogl