Editorial Mai 2013
Liebe Mitglieder, liebe Freunde,
der Mai ist gekommen und wenn wir Glück haben, schlagen auch die Bäume aus! Und wieder haben wir einen Grund, übers Wetter zu reden, denn nun ist es tatsächlich wärmer und sonniger geworden. In den Boulevardblättern werden verstärkt Diäten empfohlen, und auch Behinderte und Senioren sollen Sport treiben, damit sie fit und fröhlich in den Frühling gehen. Senioren zählen nicht zu den Kranken, deshalb sollen sie, ähnlich wie der Norm-Bürger zwischen 18 und 50, durch Sport gesund und lebenstüchtig bleiben.
Behinderte Menschen werden gerne zu den Kranken gezählt und dürfen mit einer Krankengymnastin, die in den letzten Jahren freundlicherweise in Physiotherapeutin umbenannt wurde, Krankengymnastik machen. Sport wird nur den sehr beweglichen Behinderten empfohlen. Wenn wir weniger beweglichen Behinderten ohnehin nicht mithalten können beim Frühjahrssport, dann lasst uns bitte in Ruhe mit Euren Körperertüchtigungsvorschriften. Wir wollen es eh lieber ruhig und gemütlich haben. Wir wollen spazieren gehen und wandern und dabei unsere Umwelt wahrnehmen. Deshalb plädieren wir vom CBF für den fröhlichen Genuss! Lesen Sie dazu heute einen Beitrag von Else Hestermann, die die Vorzüge und Freuden unserer Rolliwanderungen beschreibt: genießerisch langsame Bewegung durchs Gelände. Vorbei an austreibenden Bäumen, an leuchtenden Frühlingsblumen. Den See entlang mit Blick auf das blau strahlende Wasser. Dabei auch reden und lachen und stehen bleiben und wieder weiterschlendern, um am Ende lustvoll zu einer ganz und gar unsportlich deftigen Brotzeit einzukehren.
Außerdem haben wir für diese Ausgabe Ruth Kern (Internistin im Ruhestand) gebeten, ein Plädoyer für die Übersiedlung in ein Seniorenheim zu halten. Sie kann aus eigener Erfahrung sprechen. In der Juni-Ausgabe wird Johannes Maier dann die entgegengesetzte Position vertreten: „Ich will nicht ins Seniorenheim.“
Hanne Kamali hat ein neues interessantes „Lokal des Monats“ für Sie ausgesucht, Michaela Schlereth lädt zur nächsten Rolliwanderung an den Schliersee ein und Wolfgang Vogl befasst sich mit der seit Januar in Kraft getretenen Liberalisierung des Fernbusverkehrs. Außerdem drucken wir einen Briefwechsel zwischen Barbara Hora (Tänzerin, Autorin und Club-Mitglied) und einem Vertreter des Jugendwohnheims Salesianum ab. Als positives Beispiel für die Bemühungen, auch behinderten Menschen die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Auch Club-Neuigkeiten haben wir zu berichten: Frau Wufka, die viele Jahre unser Schwabinger Club-Büro betreut hat, geht in den Ruhestand, und wir weinen ihr viele Tränen nach. Auch Gabi Krüger geht. Sie ist noch jung und will ihr Leben überdenken. Vorstellen wird sich die Neue – Monika (genannt Moni) Kremer – mit Foto, damit Sie gleich bildlich vor Augen haben, wer in Zukunft im Club-Büro schalten und walten wird.
Ingrid Leitner
Weg mit den Barrieren! Das positive Beispiel
Barbara Hora ist Tänzerin, Autorin und Mitglied des CBF München. Sie wird am Sonntag, dem 12. Mai 2013, um 19.30 Uhr im Salesianum, Sieboldstraße 11, mit ihrer Tanzklasse einen Auftritt haben.
Die Karten kosten zwischen 12 und 14 Euro. Da Barbara Hora auch behinderte Freunde dazu einladen möchte, hat sie einen entsprechenden Brief an das Salesianum, das ja eine große Einrichtung für Jugendliche ist, geschrieben:
„Sehr geehrter Herr Bauer,
am 12. Mai 2013 (Muttertag), 19.00 Uhr, findet im Veranstaltungssaal Ihres Salesianums eine Flamenco- Schülerveranstaltung statt, zu der ich ganz privat gerne auch Freunde eingeladen hätte, die auf Rollstühle angewiesen sind.
Nun habe ich auf Rückfrage bei der veranstaltenden Flamenco-Schule die völlig unerwartete Nachricht erhalten, dass Ihr Saal für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich sei. Das überrascht mich in Anbetracht der Größe Ihrer Einrichtung und der Vielzahl von Veranstaltungen in Ihrem großen Saal. Kann es möglich sein, dass Rollstuhlfahrer davon grundsätzlich ausgeschlossen sind???
Es gibt heute in nahezu allen größeren und auch in vielen kleinen und kleinsten Kultureinrichtungen Möglichkeiten der Teilnahme von Rollstuhlfahrern an Veranstaltungen. Ich nütze daher Ihre im Internet veröffentlichte E-Mail-Adresse, um hiermit nochmals ganz persönlich bei Ihnen anzufragen, ob es für Rollstuhlfahrer tatsächlich unmöglich ist, in Ihren Veranstaltungssaal zu gelangen – zum Beispiel wie vielerorts sonst üblich über einen stufenlosen Zweiteingang oder Nebeneingang oder Bühneneingang??
Für Ihre Rückmeldung danke ich Ihnen sehr herzlich im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Barbara Hora
Sehr geehrte Frau Hora,
vielen Dank für Ihre E-Mail. Bei uns sind und werden auch keine Rollstuhlfahrer ausgeschlossen!!! Unser Saal ist für Rollstuhlfahrer nur durch den Lieferanteneingang zugänglich. Diesem werden wir natürlich nachkommen. Am Besten melden Sie sich am 12.05. an der Pforte, die werden Ihnen gerne den Weg zeigen. Unser Saal stammt aus den 50er Jahren und wird bei der nächsten Generalsanierung hier auch nachgerüstet.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Hauner
Mit dem CBF in das Bayerische Nationalmuseum
Eine Tasche war nicht nur Allzweckwaffe, Statussymbol und Erkennungszeichen der kürzlich verstorbenen Margaret Thatcher, Taschen prägten auch die europäische Kunstgeschichte seit dem 16. Jahrhundert. Grund genug für das Bayerische Nationalmuseum, diesem (Mode-)Accessoire eine eigene Ausstellung zu widmen. Der CBF wird diese Ausstellung am 22. Juni besuchen. Merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor! Eine ausführliche Ankündigung folgt in der nächsten Ausgabe.
Rolliwanderung im Mai - Schliersee
Die Rolliwanderung im Mai findet am Samstag, dem 11. Mai, statt und wird an den Schliersee führen.
Länge 6,5 km, mit einer stärkeren Steigung.
Treffpunkt: 11.45 Uhr München Hauptbahnhof (Starnberger Flügelbahnhof), Gleis 34
Abfahrt: 12.10 Uhr Richtung Bayrischzell – Ankunft in Fischhausen- Neuhaus: 13.11Uhr
Einkehr im Kurhaus Charivari, komplett barrierefrei – durchgehend warme Küche.
Rückfahrt von Schliersee mit dem Zug um 16.03 – Ankunft in München: 16:57 Uhr
Bitte um Anmeldung bis spätestens Montag, 6. Mai, da ich die Plätze im Zug für die Rollstuhlfahrer reservieren muss. Die Fahrt mit Behindertenausweis ist kostenlos, inkl. jeweils 1 Begleitung.
Hoffen wir mal auf gutes, vor allem trockenes Wetter, dann wird das ein wunderschöner Ausflug.
Michaela Schlereth
die letzte Rolliwanderung. Dank an Else Hestermann für die schönen Fotos
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Lisbeth Wufka geht
Im CBF München war sie als gute Fee tätig.
Und sie sieht auch aus wie eine: blonde Ringellöckchen, eine schlanke Figur, blaue Augen, freundliche Lachfältchen im Gesicht und um den Hals weiße Rüschchen. Die Libellenflügel, die Feen normalerweise benutzen, fährt sie wahrscheinlich erst in der Nacht aus, damit niemand es merkt.
Denn das würde tagsüber doch zu sehr auffallen. Unser Briefträger, der mit Vorliebe die Post von Hausbewohnern, die er nicht antrifft, im CBF-Büro abgibt, überlegt schon, ob er seinen Job nicht kündigen soll, wenn Frau Wufka geht. Und ich denke, nicht nur er und wir, auch viele unserer Mitglieder werden ihr nachweinen. Ihre Verdienste und Vorzüge passen kaum auf eine Liste, die so lange ist, dass man einen Rosenkranz damit runterbeten könnte. Deshalb verkneife ich mir die Aufzählung und sage einfach: Sie ist ein Mensch voller Herzensgüte (dieser altmodische Ausdruck trifft’s genau!), voller Interesse und Freude am Menschen, voll Hingabe und Genauigkeit beim Arbeiten.
Liebe Frau Wufka, ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihr gleichbleibendes Engagement und Ihre Bereitschaft sich einzuarbeiten, sich einzufühlen und sich einzulassen, gelegentlich auch auf große Zumutungen, die das Leben und das Club-Leben so mit sich bringen. Dass Sie uns versprochen haben, in Zukunft auch einmal bei Club- Veranstaltungen aufzutauchen, bei Festen mitzuwirken und eventuell mal auszuhelfen, freut uns natürlich sehr und lässt uns hoffen, dass wir Sie nicht ganz verlieren!
Leben Sie wohl, liebe Lisbeth Wufka!
Gabi Krüger macht Pause
Sie ist die Zweite, die uns leider verlässt. Sie gönnt sich ab jetzt ein ganzes Jahr, um darüber nachzudenken, wie sie ihre vielseitigen Begabungen in Zukunft am besten einsetzt. Denn sie ist eine perfekte Bürokraft, tippt Texte in rasender Geschwindigkeit, versteht was von Buchführung und Spendenverwaltung, begleitet bei unseren Herbstfesten Väterchen Frost auf seinen waghalsigen Reisen quer über den Kontinent.
Außerdem ist sie Kabarettistin und launige Gschdanzl-Sängerin. Bei so vielen Talenten macht es nichts, dass sie nicht kochen kann!
Liebe Gabi, auch Dir danken wir herzlich für Deine zuverlässige, gleichbleibend freundliche Mitarbeit! Und da wir liebe und begabte Menschen nicht gern aus den Augen verlieren – lass Dich doch auch mal wieder bei uns sehen!
Ingrid Leitner
Hallo – ich bin die Neue!
Mein Name ist Monika Kremer, ich bin 43 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder. Ich bin gelernte Bürokauffrau und habe zuletzt als Sekretärin und Buchhalterin in einer Schule für benachteiligte Jugendliche gearbeitet.

Als ich gefragt wurde, ob ich für den CBF arbeiten möchte, habe ich sofort zugesagt, weil mir die Arbeit und der direkte Kontakt mit Menschen sehr am Herzen liegen. Da ich im selben Haus wohne, habe ich schon einiges von der Arbeit und den Aktivitäten des CBF mitbekommen. Ich hoffe, dass ich mit meiner Tätigkeit zu einer weiteren positiven Entwicklung des Vereins beitragen kann und freue mich sehr auf die Arbeit im CBF und auf den Kontakt mit Ihnen!
Herzlichst Monika Kremer
Lokal des Monats - Chiemsee Landgasthof Schalchenhof
Im Wonnemonat an den Chiemsee Landgasthof Schalchenhof
Am Chiemsee in Schalchen, das liegt 1,5 km nördlich von Gstadt, haben wir eine wunderbare Wirtschaft entdeckt. Die Ortsbezeichnung Schalchen gibt es nur im alpenländischen Raum, zweimal in Oberösterreich, einmal im Kanton Zürich und zweimal in Bayern, im Landkreis Traunstein und hier im Landkreis Rosenheim.
Leider konnte ich nichts Genaues über den Namen oder die Herkunft herausfinden. Der Name des Schweizer Ortes Schalchen geht auf die ‚Herren von Schalken‘ zurück, einst Dienstleute der Grafen von Kyburg, und die waren eine ältere Linie der Grafen von Dillingen, das ja bekanntlich an der Donau liegt. Wenn man die Herren von Schalken googelt, kommt man auf 45 Millionen „Treffer“, alle zum Thema Fußball und FC Schalke 04. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Der Schalchenhof liegt etwas erhöht direkt am See, daher hat man von seiner Terrasse aus einen fantastischen Blick auf unser bayerisches Meer, die Fraueninsel und die Chiemgauer Alpen. Vom Parkplatz kommend, muss man zur Terrasse eine 4 cm hohe Schwelle überwinden. Ansonsten ist das Restaurant barrierefrei, und ein Rolli-WC gibt es dort auch.

Das Essen ist bayerisch und supergut, und das zu annehmbaren Preisen. 2010 wurde der Schalchenhof beim Wettbewerb „Bayerische Küche“ mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Dieser alle drei Jahre stattfindende Wettbewerb wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchgeführt, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. In der Broschüre „Wettbewerb Bayerische Küche 2010 – Regionale Spezialitäten genießen“ sind die Sieger aufgeführt und auch vermerkt, welche der Wirtschaften barrierefrei sind (seltsamerweise nur bei den Silber- und Bronzekandidaten). Einige von ihnen haben wir bereits kennengelernt, die Sieger werden wir noch abtelefonieren. Die „Bayerische Küche“ wird voraussichtlich Mitte 2013 vom Qualitätssiegel „Ausgezeichnete Bayerische Küche“ abgelöst werden. Diese neue Auszeichnung wird an Gastronomiebetriebe verliehen, „die regionaltypische Küchenkultur und regionale Produkte in den Mittelpunkt rücken. Es soll zum Markenzeichen einer qualitativ hochwertigen, für die Region typischen und glaubwürdigen Küchenkultur werden.“ Im Schalchenhof bekommt man auch jetzt schon frischen Fisch aus dem Chiemsee und Fleisch von den Galloway-Rindern.
Hanne Kamali und Felix Liesenkötter
Gesetzesauslese: Der Fernbuslinienverkehr
Der Fernbuslinienverkehr nach dem geänderten Personenbeförderungsgesetz
Wer bislang von München nach Mainz wollte und über kein eigenes Auto verfügte, musste entweder eine Zugfahrkarte lösen und mindestens einmal umsteigen oder aber über Mitfahrzentralen oder Mitfahrtgelegenheiten ans Ziel kommen.
Buslinien gab es nur auf wenigen Strecken, beispielsweise zwischen München und Berlin. Dies hat sich seit dem 1. Januar 2013 geändert. Nach dem neuen § 42 a des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) können Buslinien zwischen Orten betrieben werden, überschaubare Anzahl von Bussen überwiegend in den osteuropäischen Raum ab, so zeigt der im ZOB befindliche Monitor mittlerweile Destinationen in ganz Deutschland und Europa an. Trauben von Reisenden belagern mit Koffern und Taschen den mittlerweile meistens funktionierenden Aufzug am S-Bahnsteig Hackerbrücke, um zu den nebenan abfahrenden Bussen zu gelangen.
Diese Liberalisierung im Fernverkehr hat der Bahn erstmals ernsthafte Konkurrenz auf breiter Front beschert und eröffnet den Reisenden nun auch preisgünstigere Alternativen zur nicht immer billigen Bahnfahrt. Aber profitieren von dieser Neuerung wirklich alle Reisenden? Können insbesondere behinderte, auf einen Rollstuhl angewiesene Personen die neuen Reisemöglichkeiten ohne Komplikationen nutzen? Auf den ersten Blick, ja: Der ebenfalls neue § 42 b des PBefG schreibt vor, dass solche Fernbusse mit mindestens zwei Stellplätzen für Rollstuhlnutzer ausgestattet sein müssen. Also alles in Ordnung? Leider steckt auch hier der Teufel im Detail: Laut Übergangsvorschrift des § 62 Absatz 3 PBefG gilt die Pflicht zur Bereitstellung von zwei Rollstuhlstellplätzen im § 42 b für neu zugelassene Fernbusse erst ab dem 1. Januar 2016, und ab dem 1. Januar 2020 für alle Fernbusse.
Wolfgang Vogl
Aus Vernunftgründen ins Seniorenheim
Die Menschen werden immer älter. In unserem Seniorenheim beträgt das mittlere Lebensalter 85 Jahre. Immer mehr Senioren leben in Ein-Personen- Haushalten. Dies ist die Antwort auf die Tatsache, dass Lebenspartner sterben, Kinder den Arbeitsmöglichkeiten nachgehen müssen und dadurch viele ältere Menschen vereinsamen.
Diese Isolation stellt ein stark zunehmendes Problem dar. Freilich bemühen sich zahlreiche Vereine, viele Politiker, Gemeinden und Nachbarn, dieses Problem zu beseitigen.
Wir wissen heute durch die intensive Hirnforschung, dass die Hirnleistung durch Isolation abnimmt, aber auch im Alter noch neue Nervenzellenverbindungen entstehen können. Dies bedeutet, dass die Hirnleistung zunehmen kann, wenn man das Gehirn entsprechend trainiert. Warum dennoch weiterhin empfohlen wird, alte Menschen in ihren Wohnungen zu belassen, verstehe ich nicht. Für uns alle kommt der Tag, an dem wir den Alltag nicht mehr allein meistern können. Die notwendige Organisation des Alltages, Einkaufen, Reinigung der Wohnung usw. wird schwierig oder unmöglich. Um Kontakte zu pflegen, muss man das Haus verlassen, was sehr bald nur noch mit Begleitung möglich ist. Dies ist nur mit viel Organisation zu haben und auch teuer!
Hat man all dies einmal bedacht, lohnt sich der Vergleich mit dem Leben im Seniorenheim: Das Personal wird vom Haus bereitgestellt, ebenso die Verpflegung. Freilich sollte man die Freizeit-Angebote in Anspruch nehmen, sonst kann man auch im Seniorenheim vereinsamen. Wobei das Angebot so riesig ist, dass jeder etwas Passendes finden kann: Lesenachmittage, Fahrten ins Schwimmbad, Ausflüge, Filmvorführungen, Musikabende, Gedächtnistraining, Malen etc. Ich möchte meinen neuen Lebensraum im Seniorenheim nicht mehr missen. Neben all den angeführten Unterhaltungsmöglichkeiten habe ich eine Reihe Freunde gewonnen, und wenn meine Kräfte ausreichen, kann ich auch anderen helfen.
Wenn Menschen in einem Seniorenheim schließlich Pflege benötigen, dann ist eine eigene Pflegeabteilung wichtig. Man sollte den Bewohnern auf keinen Fall versprechen, dass sie in ihren Wohnungen verbleiben und dort gepflegt werden können. Dann wären die wenigen Pflegekräfte vor allem damit beschäftigt, auf langen Wegen von Haus zu Haus zu eilen. Denn es ist leider eine Tatsache, dass im ambulanten Bereich wie in den Heimen viel zu wenige Pflegekräfte beschäftigt werden. Für sieben Menschen mit Pflegestufe I stehen nur eineinhalb Pflegekräfte zur Verfügung. Hier wäre Abhilfe dringend nötig. Gefragt wäre die Politik sowie Pflegeeinrichtungen, die sich eine derart menschenunwürdige Mangelversorgung nicht mehr vorschreiben lassen und einen besseren Pflegeschlüssel fordern. Denn derzeit heißt es für unser Seniorenheim, wie auch für alle anderen, dass man unbedingt einen Angehörigen braucht, der mitpflegt, da sonst keine wirkliche Pflege möglich ist.
Ruth Kern
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Lisbeth Wufka geht
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Lokal des Monats - Chiemsee Landgasthof Schalchenhof
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